Schuhe

Die Clean Clothes Kampagne beschreitet mit dem Motto "Change your Shoes" gemeinsam mit 17 Partnerorganisationen, 14 in Europa, 3 in Asien neue Wege und beschäftigt sich in den nächsten Jahren intensiv mit den Arbeitsbedingungen von Menschen in der Schuhproduktion. Die Kampagne wird Missstände in der Leder- und Schuhindustrie aufdecken und auf Gesundheits- und Umweltgefährdungen aufmerksam machen.

Unsere Ziele

  • Existenzsichernde Löhne für die ArbeiterInnen in der Leder- und Schuhindustrie
  • Sichere Arbeitsplätze in Gerbereien und Fabriken
  • Transparenz für KonsumentInnen, wie ihre Schuhe produziert wurden

Petition „Starker Schritt für Menschenrechte“

16.10.2017, Unter dem Motto „Zeigt uns wer unsere Schuhe macht!“ hat die Clean Clothes Kampagne in ganz Europa für mehr Transparenz in der Schuhproduktion mobil gemacht. Die weltweit produzierenden Schuhmarken Deichmann, Camper, Prada, Birkenstock, CCC sowie Leder und Schuh wurden aufgefordert für mehr Transparenz, Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen einzutreten.

Mit 12.500 Unterschriften hat die Clean Clothes Kampagne klar das selbst gesteckte Ziel von 10.000 überschritten! Auch dabei handelt es sich nur um ein vorläufiges Endergebnis. Weitere Petitionslisten müssen noch eingesammelt und ausgewertet werden. Mit dem endgültigen Ergebnis ist Anfang nächster Woche zu rechnen.

Die Petition wird den Unternehmen Deichmann, Camper, Prada, Birkenstock, CCC sowie Leder und Schuh übergeben und Ende November an EU-ParlamentarierInnen in Brüssel überreicht.

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Kostenaufteilung eines Sportschuhs

Die Grafik darunter zeigt die Preisbildung eines in Indonesien angefertigten Laufschuhs dar. Die KundIn bezahlt an den Einzelhändler 120 Euro, dieser an den Zwischenhändler 55 Euro. Der Zwischenhändler bezahlt 50 Euro an das Markenunternehmen, welches das Paar Schuhe für 20 Euro vom ProduzentInnen kauft. 

Die Analyse der Preisbildung zeigt deutlich, dass nur etwas über 2 Prozent des Endpreises in die Löhne der ArbeiterInnen fließen, die den Schuh herstellen, wohingegen etwa ein Viertel beim Markenunternehmen und etwa ein Drittel beim Einzelhandel bleiben. Ein Großteil der Wertschöpfung findet also nicht in den Produktionsländern statt, sondern dort, wo die sog. Immateriellen Wertschöpfungsaktivitäten, wie z.B. Werbung und Design, vollzogen werden. Die geringste Summe des Endpreises entfällt hingegen auf diejenigen AkteurInnen, die die physische Arbeit bewältigen.

Transparenz und Schutz für KonsumentInnen

KonsumentInnen haben das Recht zu wissen, ob Ausbeutung und Gift an ihren Schuhen kleben. Am Schuh oder auf der Schuhverpackung ist die Suche nach diesen Informationen vergeblich. Dieser Mangel an Transparenz macht es schwierig, sich als KonsumentIn bewusst für Schuhe zu entschieden, die fair und nachhaltig produziert wurden. 

Gesundheitsschädliche Chemikalien, die in der Gerbung eingesetzt werden, bleiben nicht in den Produktionsstätten zurück. Über die Schuhe und das Leder gelangen sie an die Füße von europäischen KonsumentInnen. Eine 2012 veröffentlichte Studie des dänischen Umweltministeriums zeigte auf, dass 44 Prozent der getesteten Männer-, Frauen- und Kinderschuhe Chrom VI enthielten.

Sichere Arbeitsplätze

Im Stadtteil Hazaribagh in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, stehen ArbeiterInnen barfüßig und ohne Atemschutz oder Schutzbrille in der Chromlauge, um aus Tierhäuten Leder für den Export herzustellen. 

Bangladesch ist eines der ärmsten Länder der Welt und gleichzeitig einer der Hauptexporteure von Leder weltweit. Häufig sehen sich auch Kinder gezwungen, in den Gerbereien von Hazaribagh zu arbeiten. Die giftigen Dämpfe der Gerbmittel reizen unmittelbar Augen und Atemwege und führen auf Dauer zu schweren Hauterkrankungen, Lungenschäden und schlussendlich Krebs. 

Es sind aber nicht nur die ArbeiterInnen in den Gerbereien, die an dieser schmutzigen Industrie leiden. Die hochgiftigen Abwässer, die während des Gerbungsprozesses entstehen, werden ungeklärt in den naheliegenden Fluss Buriganga abgeleitet und verbreiten sich so bis in den Golf von Bengalen. Auf ihrem Weg vergiften sie nicht nur Wasser und Luft, sondern auch einen der fruchtbarsten Böden der Erde.

Auf was kann die KonsumentIn bereits achten?

Dass faire Produktionsstandards und Transparenz möglich sind, zeigt das neue Österreichische Umweltzeichen für Schuhe. Das Gütesiegel fordert die Bezahlung von Existenzlöhnen und verbietet die Verwendung von Chrom gegerbtem Leder. Die Kriterien folgen einem ganzheitlichen Ansatz von der Herkunft der Ausgangsmaterialien bis hin zur Endfertigung.

Das Lebensministerium hat auf der Plattform „Bewusstkaufen.at“ über 200 Schuhe gelistet, die unterschiedlichen Nachhaltigkeitskriterien entsprechen.

Existenzsichernde Löhne

Eines der größten Probleme in vielen schuhproduzierenden Ländern, vor allem in Asien, sind die niedrigen Löhne. Selbst wenn ArbeiterInnen den rechtlichen Mindestlohn bezahlt bekommen, können sie davon oft nicht leben. In China beispielsweise ist der Mindestlohn nur die Hälfte von dem, was für ein menschenwürdiges Leben nötig wäre, in Bangladesch nur ein Fünftel.

Im Süden von Indien sind es vorwiegend Frauen, aber auch ganze Familien, die daheim die Schuhe zusammennähen. Pro gefertigtem Paar Schuhe werden maximal 20 Cent bezahlt, pro Tag schafft eine Näherin rund zehn Paare, erhält also höchstens zwei Euro pro Tag. Ansprüche auf Sozialleistungen oder medizinische Versorgung gibt es für HeimarbeiterInnen keine.

Zum anderen wird in den Schuhfabriken sechs Tage die Wochen à acht Stunden gearbeitet, für Monatslöhne bis max. rund 70 Euro. Das entspricht nur knapp dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn und liegt weit unter einem von der Asian Floor Wage Alliance errechneten existenzsichernden Lohn.

Hintergrundinformationen

Länder

Unternehmensbewertung

Schuhtests

Gütesiegel / KonsumentInnen-Information

Weiterführendes 

gefördert durch:

Die Website finanziert die Clean Clothes Kampagne u.a. aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (www.aussenministerium.at/oezawww.ada.gv.at), und der Europäischen Union (http://ec.europa.eu/europeaid/index_en.htm). Die auf der Website vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.


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