Existenzlohn

„Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.“ (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Art. 23, par. 3)

Gemeinsam mit NäherInnen, Gewerkschaften, KonsumentInnen und AktivistInnen fordern wir, dass die ArbeiterInnen in der Textil- und Schuhindustrie Löhne erhalten, von denen sie menschenwürdig leben können.

Der überwiegende Teil der weltweit gehandelten Bekleidung wird in Asien hergestellt. Es sind vor allem Frauen, die als Näherinnen mit einem viel zu geringem Mindestlohn für sich und ihre Familien ihr Auskommen finden müssen, während die Bekleidungs- und Schuhindustrie, v. a. die Markenfirmen und Handelsunternehmen Gewinne in Milliardenhöhe einfahren. Die Clean Clothes Kampagne hat in den Jahren 2013 bis 2015 in einer eigenen Kampagne auf diesen Missstand aufmerksam gemacht (siehe untenstehende Beiträge). Neben Asien ist in den letzten Jahren Südost- und Osteuropa eine wichtige Zielregion für Zwischenverarbeitung von Textilien, Schuhen und Bekleidung geworden.

Sweatshops in Europa

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) belegt in aktuellen Länderberichten  zu Serbien, Ungarn und Ukraine dass in der Bekleidungsindustrie in Südost- und Osteuropas die NäherInnen mit Löhnen abgefertigt werden, die weit  unterhalb des Existenzminimums liegen. Für die Länderprofile wurden mehr als 110 ArbeiterInnen befragt.  Diese Produktionsregion hat eine hohe Relevanz für die Bekleidungs- und Schuhindustrie der EU. Osteuropa und Südosteuropa ist wichtigstes Ziel für die „Passive Lohnveredelung“ von Bekleidung und Schuhen, die zur Endfertigung und Vertrieb in EU-Länder (re-)exportiert werden. Mit dem Label „Made in Europe“ lässt sich verstecken, dass Kleidung und Schuhe zu Hungerlöhnen produziert werden.

Zusammenfassender Bericht Europa (2017)

Länderberichte (2017)


2013-2015 sammelten wir gezielt Unterschriften für einen Existenzlohn

Im Oktober 2015 wurden beim Living Wage Now Forum in Brüssel rund 150.000 Unterschriften an VertreterInnen von Modeunternehmen und PolitikerInnen überreicht. Ein Bericht zur Übergabe der Unterschriften findet sich hier.

 

Diese Unterschriften wurden bei verschiedenen Aktivitäten gesammelt – wie bei der Aktion Existenzlohn-Defect.

 

Asian Floor Wage einfach erklärt

Ein existenzsichernder Lohn ist ein Menschenrecht und es ist das Ziel der Clean Clothes Kampagne (CCK), dieses Recht für NäherInnen in der globalen Bekleidungsindustrie einzufordern. Als Referenzwert dient uns hierbei der sogenannte Asiatische Grundlohn (Asian Floor Wage, AFW).

Was ist ein Existenzlohn?

Wir sind der Überzeugung, dass allen ArbeiterInnen ein Lohn zum Leben gezahlt werden soll, denn wer eine Arbeit hat, soll im Stande sein, für sich und seine Familie zu sorgen.

Warum einen asiatischen Grundlohn? 

Der überwiegende Teil der weltweit gehandelten Bekleidung wird in Asien hergestellt und dennoch sind es die asiatischen NäherInnen, denen am wenigsten gezahlt wird.

Wie wird ein existenzsichernder Lohn berechnet?

Die Berechnung von Existenzlöhnen muss einige gemeinsame Faktoren berücksichtigen: Anzahl der Familienmitglieder, Nahrung, Wohn-, Gesundheits- und Bildungskosten sowie Ersparnisse.

Wer ist die Asia Floor Wage Alliance?

Die Asia Floor Wage Alliance (AFWA) ist eine internationale Allianz von Gewerkschaften und ArbeitsrechtaktivistInnen, die gemeinsam einen existenzsichernder Lohn für NäherInnen fordern

Berichte von Arbeiterinnen

Nichts macht die Forderung nach existenzsichernden Löhnen greifbarer als die Menschen, die von Daten und Fakten oft in den Hintergrund gedrängt werden. 

Berichte zum Thema Existenzlohn

Länderberichte

Presseaussendungen zum Thema Existenzlohn

Weitere finden sich hier: http://www.cleanclothes.at/presse/

CCK News

Erfolg! - Entschädigung für Opfer von Fabrikbrand in Pakistan

Fünfeinhalb Jahre nach dem verheerenden Brand der Textilfabrik mit über 250 Opfern gibt es nun einen Durchbruch bei den Verhandlungen. Fünf Millionen Dollar des Textildiscounters KiK werden nun endlich ausgezahlt. Hinterbliebene erhalten monatliche umgerechnet 55 Euro, eine Witwe mit zwei Kindern umgerechnet 96 Euro im Monat.
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Der giftige ökologische und soziale Fußabdruck unserer Schuhe

Clean Clothes Kampagne und GLOBAL 2000 decken negative Auswirkungen der Schuh- und Lederproduktion auf und fordern die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards und mehr Informationen

In Österreich gehören Schuhe zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken. Jedes Jahr werden weltweit ungefähr 24 Milliarden Schuhe produziert. Die Österreicherinnen und Österreicher kaufen davon jährlich durchschnittlich sechs Paar. Über die Herstellung der Schuhe werden KonsumentInnen aber weitgehend im Dunkeln gelassen.
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H&M verspricht 2018 NäherInnen einen existenzsichernden Lohn

Die Clean Clothes Kampagne erinnert am Jahrestag des Versprechens an die noch ausständige Umsetzung

Heute vor vier Jahren, am 25. November 2013, machte der Modekonzern H&M eine richtungsweisende Ankündigung. Bis 2018 sollen die rund 850.000 für das Unternehmen produzierenden NäherInnen einen existenzsichernden Lohn bekommen.
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