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Clean Clothes Kampagne auf der Straße:
„Was ist unter dem Shirt?“

AktivistInnen der Clean Clothes Kampagne sind in Unterwäsche durch die Wiener Innenstadt gezogen. Zusammen mit vier Gewerkschafterinnen aus Thailand und Philippinen haben sie gegen die im Sommer vorgenommenen Massenkündigungen in thailändischen und philippinischen Betrieben des Schweizer Unterwäsche-Konzerns Triumph International protestiert.

Die Clean Clothes Kampagne zeigt „was unter dem Shirt ist“: ein Triumph-BH inklusive Massenkündigungen und Gewerkschaftszerschlagung.
Besonders in der Weihnachtszeit werden mit Bekleidung und Unterwäsche hohe Umsätze eingefahren. „Konzerne wie Triumph bauen ihr Profite auf schlechten Arbeitsbedingungen auf!“, empört sich Michaela Krimmer von der Clean Clothes Kampagne.

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Im August 2009 hat Triumph in seiner Tochterfirma in Thailand 2000 Näherinnen gefeuert, in den Philippinen wurden unerwartet zwei Werke ganz geschlossen und 1660 Arbeiterinnen auf die Strasse gesetzt. Die Massenentlassungen trafen just jene Tochterfirmen, in denen sich die Arbeiterinnen gut organisiert und ihre Rechte vertreten haben. Zur gleichen Zeit werden nicht gewerkschaftliche Betriebe in Thailand ausgebaut.
Vor den Kündigungen wurden die Gewerkschaften nicht konsultiert. Das ist ein Verstoß gegen die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen.

Die Gewerkschaften in Asien und die Clean Clothes Kampagne haben das Management von Triumph mehrmals zu Verhandlungen aufgefordert. Doch der Triumph-Mitbesitzer und Geschäftsführer Markus Spiesshofer verweigert jedes Gespräch. Das Schweizer Management schob bis jetzt Ausreden vor, um ein Treffen mit den Gewerkschafterinnen zu vermeiden: Als die Gewerkschafterinnen aus Thailand und den Philippinen am 2.12.09 vor der Schweizer Hauptzentrale standen, verweigerte das Management ein Gespräch. Stattdessen schlug dieses ein Treffen wenige Tage später in Asien vor. Dafür machte die Gewerkschaftsdelegation dem Schweizer Dessous-Unternehmen ein besonderes Weihnachtsgeschenk: eine offizielle Beschwerde beim Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft, dem nationalen Kontaktpunkt der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Während der wochenlangen Demonstrationen vor der thailändischen Triumph-Fabrik und im Arbeitsministerium haben die Gewerkschafterinnen eigene „Protestunterwäsche“ genäht - innovativer Widerstand der Näherinnen gegen Gewerkschaftsfeindlichkeit und die schlechten Bedingungen in der globalen Bekleidungsindustrie, die sich in Zeiten der Rezession noch massiv verschärft haben.

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