Reisetagebuch Indien Bangladesch21.07.09 In der Nacht ist das Clean Clothes-Team (Misa, Philip und Michaela) gut in Delhi angekommen. Am Morgen sind wir gleich zur Partnerorganisation Society for Labour and Development in Delhi aufgebrochen. |
Am Nachmittag begleiteten wir eine Mitarbeiterin, Saleena zu einem Arbeiterviertel nach Gurgoan, und besuchten Vishesvar was Lord of the Univers bedeutet. Sein Zimmer teilt er mit seinem Sohn und zwei Freunden. Er hat früher in einer Textilfabrik die Maschinen repariert. Jetzt betreibt er den Tee-shop der Gewerkschaft. 22.07.09 Wir schauten beim Arbeitskommissariat der Region vorbei und machten uns einen Termin für den nächsten Tag aus. Im Büro von der Society for Labour and Development interviewten wir William and Amie. Sie erzählten uns von der Asia Floor Wage Campaign. Eine Kampagne, die das Ziel hat, einen vergleichbaren Mindestlohn in allen bekleidungsproduzierenden Ländern in Asien durchzusetzen. |
23.07.09 Früh am Morgen brachen wir auf, um Birendra auf dem Weg in die Arbeit zu begleiten. Er ist Präsident der Gewerkschaft manufacturing workers union und arbeitet als Näher in einer Bekleidungsfabrik in Gurgoan. Zu viert leben sie in einem Zimmer von rund 9m2. Bevor sie zur Arbeit gehen, kochen sie Frühstück und Mittagessen, Naan (eine Art Fladenbrot) und Kartoffeln mit Zwiebel, Fleisch gibt es sehr selten, weil es so teuer ist. Danach trafen wir den Arbeitskommissar. Kommisariate wie diese sind zuständig für die Implementierung des Arbeitsrechts in Indien. Man erzählte uns, dass es der Traum eines jeden Inders wäre, für ein multinationales Unternehmen zu arbeiten. 24.07.09 Wir besuchten das Büro der Gewerkschaft manufacturing workers union und sprechen mit dem Präsidenten, Birendra und den Mitarbeiteitern. Martin ist der Sekretär der Gewerkschaft und ist als einziger Vollzeit für die Gewerkschaft im Einsatz. Er wirbt neue Mitglieder an, verteilt Informationsbroschüren und hilft Arbeitern Beschwerden bei Gericht einzureichen. 25.07.09 Das CCK-Team machte Sightseeing 26.07.09 Zu Mittag fand sich das Team wieder beim Büro der Gewerkschaft ein. Es war Sonntag und die Arbeiter hatten ihren freien Tag, wenn sie nicht Überstunden machen müssen. Im Lauf des Nachmittags kommen immer wieder Arbeiter vorbei, um mit Gewerkschaftsvertretern und immer sonntags anwesenden Rechtsberatern zu sprechen und Beschwerden für das Arbeitsgericht zu formulieren. |
27.07.09 Das Clean Clothes-Team reiste weiter nach Dhaka, Bangladesch. Ein bangladeschischer NGO-Mitarbeiter, den wir zum Abendessen trafen erzählt uns, dass die NäherInnen die beschäftigsten Menschen in Bangladesch sind, sie aber leider nichts davon haben. Der Mindestlohn für ArbeiterInnen in der Bekleidungsindustrie macht im Moment gerade einmal 17 Euro im Monat aus. 28.08.09 Am Vormittag besuchten wir die Gewerkschaft NGWF. Amin, der Präsident der Gewerkschaft hat schon oft mit der Clean Clothes Kampagne zusammengearbeitet und stellte uns einige Funktionärinnen der Gewerkschaft vor. Viele davon arbeiten neben ihrer Tätigkeit in der Gewerkschaft auch als Näherin in der Fabrik. Sie erzählen uns, dass sie mit ihrem Lohn kaum ihr auskommen finden und dass sie mindestens das Doppelte bräuchten. |
29.07.09. Schon um sieben Uhr in der Früh holte uns Amin von unserem Hotel ab, um ArbeiterInnen auf dem Weg in die Arbeit zu treffen. Für die meisten Näherinnen beginnt die Arbeit um acht oder neun Uhr. In Bangladesch beträgt die Normalarbeitszeit acht Stunden am Tag, sechs Tage die Woche. Nach acht Stunden Arbeit sind gesetzlich noch zwei Überstunden erlaubt. Diese werden oft überschritten und sehr selten entsprechend bezahlt. |







