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Hier drückt der Schuh
Soziale Verantwortung in der Outdoor-Branche

„Never stop exploring“: Damit wirbt Branchenleader The North Face. Die Clean Clothes Kampagne hat den Slogan wörtlich genommen und die soziale Verantwortung 15 Outdoor-Firmen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis der Studie: Keines der untersuchten Unternehmen schafft es in die beste Kategorie der „Gipfelstürmer“.

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Die Outdoor-Branche boomt und der Absatz steigt trotz Wirtschaftskrise. Die ArbeiterInnen in den Zulieferbetrieben merken davon allerdings nichts. Wenn The North Face eine Jacke um 120 Euro verkauft, verdient die Näherin im Produktionsbetrieb 68 Cent. Das entspricht 0,56 Prozent des Verkaufspreises.

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In El Salvador werden so niedrige Löhne bezahlt, dass eine Familie zur Deckung des Existenzminimums vier Mindestlöhne bräuchte. Der deutsche Hersteller VAUDE produziert Teile seiner Kollektion in Myanmar und behauptet, die dortigen Standards seien „für asiatische Verhältnisse relativ hoch“. Dies obwohl der UNO-Menschenrechtsrat erst im März 2009 seine tiefe Besorgnis wegen der schwerwiegenden und systematischen Menschenrechtsverletzungen im ehemaligen Burma ausgedrückt hat. Der Gigant Columbia Sportswear mit europäischem Hauptsitz in Genf hat die Anfrage der Clean Clothes Kampagne zur Unternehmensverantwortung gänzlich ignoriert. Insgesamt war nicht einmal die Hälfte der angefragten Firmen bereit, Auskunft über ihre Produktionsstandards zu geben. Auch einen öffentlich zugänglichen Verhaltenskodex oder Informationen zur Unternehmensverantwortung sucht man bei den meisten Firmen vergeblich. Selbst das in anderen Bereichen vorbildliche Unternehmen Patagonia verpflichtet sich nicht, seinen ArbeiterInnen einen existenzsichernden Lohn zu bezahlen, der ein Leben in Würde ermöglicht.

Allerdings sind Patagonia und die Unternehmen Mammut und Odlo kürzlich der Überprüfungsorganisation Fair Wear Foundation bzw. der Fair Labour Association beigetreten. Beide sind Multistakeholder-Initiativen, die Unternehmen bei der Umsetzung von internationalen Arbeitsstandards gemeinsam mit verschiedenen Interessensvertretungen - u.a. Nichtregierungsorganisationen - begleiten und überprüfen.

Diese Initiative ist der einzige Lichtblick in der Outdoor-Branche: „Der Großteil der befragten Unternehmen kümmert sich nicht um die Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Zulieferbetrieben“, kritisiert Michaela Königshofer, Koordinatorin der Clean Clothes Kampagne. Die beste der drei möglichen Bewertungen "Gipfelstürmer, Mitläufer und Ignoranten" hat keines der untersuchten Unternehmen erreicht, neun wurden als Ignoranten eingestuft. Sie schnitten im Durchschnittswert der fünf benoteten Bereiche, Transparenz, Verhaltenskodex, Kodexumsetzung, Monitoring & Verifizierung und Material der Produkte schlecht ab.

“Die Outdoor-Branche muss sich ihrer sozialen Verantwortung stellen und die ArbeiterInnen in Billiglohnländern an ihrem Erfolg teilhaben lassen“, fordert Königshofer. „Wer diesen Weg nicht beschreitet, wird nie ein Gipfelstürmer werden.“

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