
* Ergänzungen im Profil nach Studien-Veröffentlichung 25.6.2009 ** Auschliesslich Bekleidungssektor bewertet. Umfasst weniger als 5 Prozent des Gesamtumsatzes.
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Firmenauswahl
Untersucht wurden 15 große international tätige Outdoor-Firmen, die sich im Rahmen der European-Outdoor-Group (EOG) engagieren. Die EOG vertritt die Anliegen der größeren Firmen in der Outdoor-Industrie, führt repräsentative Marktstudien durch, organisiert Workshops, arbeitet mit europäischen Ausstellern zusammen, und will best practice fördern. Alle Mitglieder der EOG haben einen Jahresumsatz von mindestens 4 Millionen Euro und eine Verkaufspräsenz in mindestens vier europäischen Ländern.
Firmenbefragung
Bei der Firmenbefragung wurde bewertet, inwieweit ein Unternehmen seine Unternehmenspolitik und strategie entsprechend anpasst, um Verantwortung für die Einhaltung von Sozialstandards auch in der Zulieferkette zu übernehmen. Nicht bewertet wurde hingegen, wie sich die Situation der ArbeiterInnen tatsächlich im Verlaufe der Zeit verändert. Ein Unternehmen, das in dieser vorliegenden Bewertung gut abschneidet, muss deswegen noch nicht frei von Problemen sein. Es verfügt aber über die geeigneten Instrumente, um allfällige Verletzungen von Menschen- und Arbeitsrecht aufzuspüren und aktiv Verbesserungen herbeizuführen.
Der Fokus der Untersuchung liegt auf den sozialen Aspekten, also primär auf den Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben. Klassische ökologische Aspekte wie Verpackung, Materialbeschaffenheit (z.B. Ökotex 100, bluesign), Ökobilanz der Unternehmenszentralen und der Ladengeschäfte und Ressourceneinsatz für Transportwege etc. wurden nicht in die Bewertung miteinbezogen. Die Kategorie Gipfelstürmer in der Bewertung bezeichnet demnach Firmen, die sich auf den Weg gemacht und erste wichtige Schritte zurückgelegt haben, die Mitläufer sind immerhin am Start bereit, und die Ignoranten haben noch nicht einmal bemerkt, dass sie sich bewegen sollten.
Die Untersuchung stützt sich auf die Eigenangaben der Firmen sowie auf zusätzliche Internetrecherchen und wurde in Anlehnung an die Befragung der Modefirmen 2008 (www.fashioncheck.net) gemacht, allerdings etwas weniger detailliert. Die Befragung der Outdoor-Firmen dient als erster Überblick über das Verhalten hinsichtlich Unternehmensverantwortung in der Outdoor-Branche.
Kriterien der Firmenbefragung
Für fünf zentrale Aspekte wurde eine Note (1= sehr gut, 3=ungenügend) vergeben:
- Transparenz - Verhaltenskodex - Kodexumsetzung - Monitoring & Verifizierung - Material der Produkte: Bio, Fairtrade und Recycling/Entsorgung
Aus dem Durchschnittswert der 5 benoteten Kriterien ergibt sich die Gesamtbewertung:
1 bis 1,4 Gipfelstürmer (grün) 1,5 bis 2,4 Mitläufer (gelb) 2,5 bis 3,0 Ignoranten (grau)
Fazit
Einen öffentlich zugänglichen Verhaltenskodex oder Informationen zur Unternehmensverantwortung sucht man bei den meisten Firmen vergeblich. Sieben Firmen haben den Fragebogen ausgefüllt und Informationen geliefert, acht Firmen hüllen sich in hartnäckiges Schweigen. Engagement zur Unternehmensverantwortung beginnt mit transparenter Information. Wer nichts zu verbergen hat, muss auch nicht schweigen. Es ist daher sehr wahrscheinlich: Die Grossen haben ihre Hausaufgaben für eine faire Zulieferkette gar nicht oder nur ungenügend gemacht. Die einzigen Firmen, die sich positiv abheben, sind Mammut und Odlo, die kürzlich der Fair Wear Foundation (FWF) beigetreten sind, sowie Patagonia, das Mitglied der US-amerikanischen Fair Labour Association (FLA) ist. FWF und FLA sind Multistakeholder-Initiativen, die Unternehmen bei der Umsetzung von internationalen Arbeitsstandards begleiten und diese auch überprüfen.
Autorin: Christa Luginbühl, Koordinatorin Clean Clothes Kampagne Schweiz
Hinweis zur Firmenbewertung: Die Darstellung ist eine Momentaufnahme. Sie beansprucht keine Vollständigkeit. Die Bewertung darf nicht in der Form Empfohlen von der CCK zitiert oder für Werbezwecke verwendet werden.
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