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Firmenprofil: Charles Vögele Trading AG

www.charles-voegele.ch

Hauptsitz:    Pfäffikon SZ
Land:     Schweiz
Gegründet:    1955
Anzahl der Verkaufsstellen in Europa:     809
Im Besitz von:     AG
CEO:    Andre Maeder
Produktbeschreibung:    Keine Angaben
Produktionsländer:    Bangladesch, China, Indien, Indonesien, Pakistan, Türkei
Allgemeine Bemerkungen:    Das Unternehmen plant in Osteuropa zu wachsen.

Gwattstr. 15
8808 Pfäffikon (Schwyz)
info@voegele-mode.com


Kommentar der Clean Clothes Kampagne (CCK) und Aktionsvorschläge



Die Charles Vögele Trading AG setzt auf die risikoorientierte Unternehmensinitiative BSCI, bei der die Erhaltung der Unternehmensreputation im Vordergrund steht. Die BSCI alleine ist kein hinreichendes Instrument, um die zentralen Probleme der ArbeiterInnen zu lösen. So gibt die BSCI selbst zu, dass ihr Audit-Ansatz „subtilere“ Verstösse – wie z.B. gegen das Recht auf Versammlungsfreiheit – oft nicht aufdeckt. Und dennoch lässt Vögele seine Fabriken nicht durch eine Multi-Stakeholder Initiative unabhängig, und damit glaubwürdig, verifizieren. Von den knapp 400 Produzenten wurden nach Implementierung der Korrekturmassnahme innerhalb eines Jahres nur drei Fabriken von der BSCI als „good“ eingestuft. Wird eine Fabrik ohne unabhängige Verifizierung als „good“ eingestuft, muss dies mit Blick auf die niedirgen BSCI-Standards aber noch nicht viel heißen. Vögele motiviert seine Lieferanten zur Zahlung existenzsichernder Löhne, unklar aber ist, welche Produzenten diesen auch wirklich zahlen, und ob Vögele dies den Lieferanten durch Anpassung der Einkaufspolitik überhaupt ermöglicht. Ferner sollen ArbeiterInnen ihre Beschwerden in der Hauptstelle in der Schweiz einreichen, obwohl oft gezeigt wurde, dass dies kein adäquates Beschwerdeinstrument ist, u.a. weil viele ArbeiterInnen nicht schreiben können. Für beide Aspekte bietet die Überprüfungsorganisation Fair Wear Foundation (FWF) bereits heute Lösungen an.

Take Action: Drücken Sie bei Vögele Ihre Zweifel an dem BSCI-Ansatz und Ihren Wunsch nach einer unabhängigen Verifizierung aus. Fragen Sie beim Verkaufspersonal nach Produkten aus Fair Trade und Bio-Baumwolle.

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmensperformance hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche von Dokumenten, durchgeführt von der CCK 2007. Entwicklungen nach 2007 finden sich unter der Kategorie "Jüngste Entwicklungen".


Transparenz



Das Unternehmen arbeitet mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zu Themen der Unternehmensverantwortung und steht im regelmässigen Dialog mit NGOs und Gewerkschaften. Es werden einige Informationen zum Umsatz und dem Unternehmensgewinn veröffentlicht. Die Gehälter der Top-ManagerInnen sind bekannt. Zum Teil werden die Produktionsländer genannt und über die Struktur der der Zulieferkette informiert. Es existiert kein Nachhaltigkeitsbericht. Charles Vögele Trading AG liefert weder Ergebnisse von Fabrik-Audits noch Informationen zu Verifikations-Aktivitäten. Das Unternehmen veröffentlicht keine allgemeinen Ziele für künftige Audit-Aktivitäten.


Explizite Anerkennung der Arbeitsrechte



Der Verhaltenskodex des Unternehmens Charles Vögele Trading AG verweist auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und verlangt, dass alle relevanten lokalen Arbeitsgesetze eingehalten werden müssen. Der Kodex weist ferner darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten sollte.  Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den ILO Kernkonventionen – zu respektieren. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlung, verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Das Unternehmen verpflichtet jedoch nicht alle Arbeitsstätten, in denen ihre Produkte hergestellt werden, dazu, den Kodex einzuhalten. Der Verhaltenskodex von Charles Vögele Trading AG gilt nicht für alle ArbeiterInnen in der Produktionskette, für die das Unternehmen eine Mitverantwortung trägt. Über die ILO-Kernarbeitsnormen hinaus verpflichtet sich das Unternehmen dazu, den ArbeiterInnen einen Lohn zu zahlen, der den Grundbedarf der ArbeiterInnen und ihrer Familie deckt, der aber kein zusätzlich frei verfügbares Einkommen übrig lässt. Es ist vereinbart, dass Überstunden nur gelegentlich geleistet und mit dem üblichen Zuschlag abgegolten werden müssen. Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken. Das Unternehmen verlangt nicht explizit, dass alle ArbeiterInnen einen geregelten Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinausgehend ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*:
-die Garantie eines existenzsichernden Lohns für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden. 


Kodexumsetzung und Beschaffungspolitik



Charles Vögele Trading AG hat nicht signalisiert, Schritte zu unternehmen, um minimale Arbeitsstandards in der Zulieferkette effektiv zu implementieren. Der Verhaltenskodex ist in die Sprachen mancher Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht; jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex umzusetzen. Charles Vögele Trading AG liefert einige Ideen darüber, wie ein Existenzsichernder Lohn an jedem Produktionsstandort aussieht, aber hat keine glaubwürdige Methode, um diesen auch umzusetzen. Entsprechend der gelieferten Information liegen einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird. Charles Vögele Trading AG berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie die Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können.


Kontrollen und Überwachung



Innerhalb eines Jahres (2006) hat das Unternehmen als Mitglied der BSCI 40 Audits durchgeführt. Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifikation durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert. Der Monitoringprozess beinhaltet die Konsultation lokaler Stakeholder.


Skandalfälle und bekannt gewordene Arbeitskonflikte



Es existieren keine CCK-Aufrufe, welche Vögele auffordern, Verantwortung für Arbeitsrechtsverletzungen in ihrer Lieferkette zu übernehmen.  


Jüngste Entwicklungen



2008 lanciert Vögele ein Testsortiment für Produkte aus Biobaumwolle, das auf 2009 erweitert wird. Zudem wurde die CSR-Stelle in der Schweiz geringfügig ausgebaut und in Shanghai und Hongkong gibt es seit November 2007 eine zuständige Vögele-Vertretung für CSR-Fragen. Vögele sendet nun auch nach Bedarf und auf eigene Kosten Teams zu den Firmen, um Korrekturmaßnahmen nach einem BSCI-Audit umzusetzen. Ab Herbst 2008 will Vögele in Zusammenarbeit mit der Firma WethicA zudem individuelle Qualifizierungsmaßnahmen in China durchführen. Obwohl Vögele hier guten Willen und einige Bemühungen zeigt, findet das Engagement bisher hauptsächlich nur im Rahmen der BSCI statt.



*Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org/documents.htm), müsste Charles Vögele Trading AG den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen:  81, 122, 175, 177, 183, sowie folgende ILO-Empfehlungen: 143, 35, 90, 111, 168, 184.