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Firmenprofil: Palmers Textil AG

www.palmers.at

Hauptsitz: Wiener Neudorf
Land: Österreich
Gegründet: 1914
Anzahl der Verkaufstellen in Europa: 310
Im Besitz von: Seit 2004 im Besitz von 2 institutionelle Investoren Quadriga Capital / Lead Equities
CEO: Thomas Weber
Produktbeschreibung: Unterwäsche, Bademode, Strumpfwaren, Nachtwäsche, Homewear für Damen und Herren
Produktionsländer: China (Volksrepublik), Hongkong, Indonesien, Israel, Malaysia, Thailand, Türkei, Vietnam, Österreich, Kroatien, Deutschland, Italien, Slowenien
Allgemeine Bemerkungen: Keine Angaben

Palmersstraße 6 - 8
2351 Wiener Neudorf
infoservice@palmers.at


Kommentar der Clean Clothes Kampagne (CCK) und Aktionsvorschläge



Palmers ist ein österreichisches Unternehmen, das Unterwäsche und Bademode hauptsächlich in Europa und Asien produziert. Das Unternehmen füllte den Fragenbogen der CCK aus und es fand ein Treffen mit VertreterInnen der CCK statt. Betreffend der expliziten Anerkennung der Arbeitsrechte hat das Unternehmen alle Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in den General Delivery Instructions aufgenommen. Diese aber nicht detailliert ausgeführt. Die Zulieferbetriebe garantieren die Einhaltung der geforderten Kernarbeitsnormen mit ihrer Unterschrift. Weitere Mechanismen zur Überprüfung der Einhaltung von sozialen Standards sind im Entstehen.
 
Take Action: Unterstützen Sie die Forderung nach einer Implementierung des CCK-Verhaltenskodex  und einer unabhängigen Überprüfung der Produktionskette und teilen Sie dem Unternehmen ihren Standpunkt mit! Einen entsprechenden Briefvorschlag finden Sie unter: www.cleanclothes.at/start.asp?ID=11345&b=1021

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmensperformance hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche von Dokumenten, durchgeführt von der CCK 2007. Entwicklungen nach 2007 finden sich unter der Kategorie "Jüngste Entwicklungen".


Transparenz



Palmers Textil AG hat den Fragebogen der CCK beantwortet und einige zusätzliche Dokumente mitgeliefert.  Das Unternehmen steht im Dialog mit einigen NGOs und Gewerkschaften.  Die Gehälter der Top-ManagerInnen sind nicht bekannt. Die zu den Produktionsländern und zur Struktur der Zulieferkette gelieferte Information ist nicht sehr umfassend.  Es existiert kein Nachhaltigkeitsbericht.  Palmers Textil AG liefert weder Ergebnisse von Fabrik-Audits noch Informationen zu Verifikations-Aktivitäten.  Auf Basis sozialer Audit-Ergebnisse werden allgemeine Ziele für künftige Audit-Aktivitäten und zur Verbesserung des Respekts der Arbeitsrechts in den verwendeten Produktionsstätten formuliert.


Explizite Anerkennung der Arbeitsrechte



Der Verhaltenskodex des Unternehmens Palmers Textil AG verlangt, dass alle relevanten lokalen Arbeitsgesetze eingehalten werden müssen. Der Kodex weist jedoch nicht darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gilt. Im Verhaltenskodex wird nicht auf die Allgemeine Erklärung der Menschrechte verwiesen.  Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, grundlegende Arbeitsstandards zu respektieren, aber es verweist nicht auf die ILO Kernarbeitsnormen. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlung, verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Das Unternehmen verpflichtet jedoch nicht alle Arbeitsstätten, in denen ihre Produkte hergestellt werden, den Kodex einzuhalten.  Der Verhaltenskodex von Palmers Textil AG gilt für alle ArbeiterInnen in der Lieferkette, für die das Unternehmen eine gewisse Verantwortung trägt. Der Verhaltenskodex beinhaltet Maßnahmen, um den Kodex in den verwendeten Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen.  Jenseits der ILO Kernarbeitsnormen verpflichtet sich das Unternehmen weder dazu, Löhne entsprechend eines existenzsichernden Lohns noch entsprechend eines gesetzlichen Mindestlohns zu zahlen. Es gibt keine Beschränkungen bezüglich der wöchentlichen Arbeitszeit.  Das Unternehmen verlangt explizit, dass alle ArbeiterInnen einen gewöhnlichen Arbeitsvertrag erhalten.  Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinausgehend ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*: 
- Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird. 
- Sonderbestimmungen für ArbeiterInnen unter 18 Jahren (z.B. Ausbildung, kein Recht zu arbeiten). 
- das Verbot des Arbeitgebers, Kautionen einzufordern oder Personalausweise zurückzubehalten. 
- Bezahlung von Überstunden zum erhöhten Stundenansatz.
- die Garantie eines existenzsichernden Lohns für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden.
- Verbot von körperlicher Misshandlung oder deren Androhung, von ungewöhnlichen Bestrafungen oder Disziplinierungsmaßnahmen sowie von sexuellen und anderen Formen der Belästigung sowie der Einschüchterung durch den Arbeitgeber. 
- den expliziten Hinweis auf die ILO-Kernkonvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit.


Kodexumsetzung und Beschaffungspolitik



Das Unternehmen hat nicht offen gelegt, ob sein Verhaltenskodex in irgendeine Sprache eines Landes übersetzt wurde, aus der es die Waren bezieht.   Es gibt keine Beweise dafür, dass das Unternehmen Palmers Textil AG Trainings zu Arbeitsrechtsfragen fördert.   Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt Palmers Textil AG nicht, die Zahlung eines existenzsichernden Lohns zu implementieren.   Entsprechend der gelieferten Information liegen einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird.  Palmers Textil AG berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie die Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können.  Es existieren keine Vorschriften, um den Einkäufern positive Anreize zu geben, um bessere Arbeitsbedingungen zu belohnen.


Kontrollen und Überwachung



Die CCK hat keine Informationen über die Monitoring-Aktivitäten des Unternehmens.  Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifikation durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert.


Skandalfälle und bekannt gewordene Arbeitskonflikte



Es existieren keine CCK-Aufrufe, welche Palmers Textil AG auffordern, Verantwortung für Arbeitsrechtsverletzungen in ihrer Lieferkette zu übernehmen.  
 

Jüngste Entwicklungen



Keine Angaben



*Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste Palmers Textil AG den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen:  138,  182,  87,  98,  135,  100, 111,  29,  105,  1,  81,  122,  131,  154,  159,  175,  177,  183, und die ILO-Empfehlungen: 143,  35,  90, 111,  146,  164,  168,  184,  190.