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Firmenprofil: Nike

www.nikebiz.com

Hauptsitz:     Beaverton
Land:     USA
Gegründet:     1968
Anzahl der Verkaufsstellen in Europa:  418 (Retail Outlets)
Im Besitz von:     AG
CEO:    Mark Parker
Produktbeschreibung:     Sportschuhe, Sportbekleidung, Sportartikel, Accessoires; Nike tritt zusätzlich unter den Marken Cole Haan, G Series, Bragano, Converse, Chuck Taylor, All Star, One Star, Jack Purcell, Hurley auf. 2007 erwarb Nike das Sportartikelunternehmen Umbro.
Produktionsländer:    Ägypten, Marokko, Süd Afrika, Tunesien, Argentinien, Brasilien, Kanada, Chile, Kolumbien, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko, USA, Bangladesch, Kambodscha, China (People's Republic of China), Hongkong, Indien, Indonesien, Israel, Japan, Jordan, Korea, Süd Korea (Republic of Korea), Malaysia, Pakistan, Philippinen, Singapur, Sri Lanka, Taiwan, Thailand, Türkei, Vietnam, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Italien, Litauen, Portugal, Spanien, Großbritannien, Australien, Fidschi
Allgemeine Bemerkungen:    Keine Angaben

One Bowerman Dr. OR 97005,
Beaverton, US


Kommentar der Clean Clothes Kampagne (CCK)



Nike hat einige Schritte unternommen, um die Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben und deren Überprüfung transparent zu machen. Dazu gehören die Veröffentlichung von Zusammenfassung über Fabrik-Audits und die öffentlich zugängliche Liste der Betriebe, die für Nike fertigen.
In den letzten Jahren reagierte Nike auf Fälle von Arbeitsrechtsverletzungen in einzelnen Zulieferbetrieben.

Trotzdem sind noch viele Verbesserungen nötig, insbesondere die Adaptierung der Einkaufspraktiken und die Bezahlung eines fairen Lohns.
Weiter fordert die CCK beim Wechsel der Zulieferbetriebe, Betriebe zu bevorzugen, in denen die ArbeiterInnen gewerkschaftlich organisiert sind. Um das Recht der ArbeiterInnen auf Vereinigungsfreiheit zu unterstützen, sollte Nike darauf achten, dass das Unternehmen keine weiteren Betriebe auf ihre Zulieferliste aufnehmen, die in Ländern fertigen, wo nationale Gesetze Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlung einschränken oder in Freihandelszonen ansässig sind. Da Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen in diesen Zonen keine rechtliche Basis haben. Nike sollte sich explizit gegen kurzfristige Anstellungsverhältnisse in den Zulieferbetrieben aussprechen, denn nur durch eine fixe Anstellung haben die ArbeiterInnen Anspruch auf alle Arbeitsrechte bzw. Sozialleistungen.

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmensperformance hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf dem Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche von Dokumenten, durchgeführt von der CCK 2007. Entwicklungen nach 2007 finden sich unter der Kategorie "Jüngste Entwicklungen".


Transparenz



Nike hat den Fragebogen der CCK beantwortet und einige zusätzliche Dokumente mitgeliefert. Das Unternehmen arbeitet mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zu Themen der Unternehmensverantwortung und steht im regelmässigen Dialog mit NGOs und Gewerkschaften, inklusive der CCK.  Das Unternehmen ist im Hinblick auf viele Kennzahlen, wie Umsätze, Profite, Verkäufe und Unternehmensstruktur transparent.  Das Einkommen des CEO ist bekannt.  Zum Teil werden die Produktionsländer genannt und über die Struktur der der Zulieferkette informiert.  Ein Nachhaltigkeitsbericht ist öffentlich zugänglich, aber er entspricht nicht internationalen Berichtsstandards (GRI). Nike liefert Ergebnisse von Fabrik-Audits und Informationen zu Verifikations-Aktivitäten. Das Unternehmen liefert konkrete Ziele für künftige Audit-Aktivitäten, und für die Verbesserung der Achtung der Arbeitsrechte in ihren Fabriken.


Explizite Anerkennung der Arbeitsrechte



Der Verhaltenskodex des Unternehmens Nike verlangt, dass alle relevanten lokalen Arbeitsgesetze eingehalten werden müssen. Wo lokale und internationale Standards variieren muss der höhere Standard gelten. Im Verhaltenskodex wird nicht auf die Allgemeine Erklärung der Menschrechte verwiesen.  Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den ILO Kernkonventionen – zu respektieren. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlung, verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Das Unternehmen verpflichtet alle Arbeitsstätten, in denen ihre Produkte hergestellt werden, dazu, den Kodex einzuhalten.  Jenseits der ILO Kernarbeitsnormen verpflichtet sich das Unternehmen eine gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen, aber nicht einen  existenzsichernden Lohn. Arbeitsstunden sind beschränkt, aber es wird nicht erwähnt, dass Überstunden nur gelegentlich anfallen sollten.  Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken.  Das Unternehmen verlangt nicht explizit, dass alle ArbeiterInnen einen gewöhnlichen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinausgehend ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*: 
- Sonderbestimmungen für ArbeiterInnen unter 18 Jahren (z.B. Ausbildung, kein Recht zu arbeiten). 
- spezifische Schritte, um vernünftige Arbeitsbedingungen in solchen Ländern zu fördern, in denen nationale Gesetze das Vereinigungsrecht und die Rechte zu Kollektivverhandlungen einschränken. 
- die Garantie eines existenzsichernden Lohns für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden.
- den expliziten Hinweis auf die ILO-Kernkonvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit.


Kodexumsetzung und Beschaffungspolitik



Das Unternehmen ist Mitglied in einer glaubwürdigen Multi-Stakeholder Initiative (MSI). Nike implementiert den Verhaltenskodex entsprechend den Richtlinien der MSI, ist engagiert, glaubwürdige Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu unternehmen, und zahlt für die Audits seiner Zulieferer.  Der Verhaltenskodex ist in die meisten Sprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht.  Nichts in der Antwort von Nike weist darauf hin, dass das Unternehmen Trainings zu Arbeitsrechtsfragen durchführt – weder für das Management noch für die ArbeiterInnen, welche die Produkte für das Unternehmen herstellen.   Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt Nike nicht, die Zahlung eines existenzsichernden Lohns zu implementieren.  Nike berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie die
Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können.


Kontrollen und Überwachung



 Das Unternehmen ist Mitglied der Multi-Stakeholder Initiative Fair Labor Association (FLA).  Der Monitoring- und Verifikationsprozess beinhaltet die Konsultation lokaler Stakeholder.


Skandalfälle und bekannt gewordene Arbeitskonflikte


 
Nike war involviert in einige Urgent Action Fälle. Einer davon war der Fall der Fabrik BJ&B, die für Nike und adidas Kappen produzierte. Das Management der Fabrik schloss die Fabrik von heute auf morgen ohne ein Sozialparket für die ArbeiterInnen vorzusehen.
Verstösse gegen Arbeitsrechte bezogen sich auf Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen. Nike hat zwar positiv reagiert, als es von der CCK über eine Arbeitsrechtsverletzung bei einem seiner Lieferanten informiert wurde, aber erst nach einer Kampagne.  Die beklagten Arbeitsrechtsverletzungen wurden korrigiert und es gibt keine ausstehenden Themen. 

Nike war auch Einkäufer bei der Fabrik Hermosa, eine salvadorianische Fabrik, die geschlossen wurde nachdem eine Gewerkschaft in der Fabrik gegründet wurde. Die ArbeiterInnen blieben zurück ohne die ausstehenden Löhne ausbezahlt zu bekommen und ohne das das Unternehmen die Sozialabgaben gezahlt hat.
Verstösse gegen Arbeitsrechte bezogen sich auf Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen.  Nachdem das Unternehmen über die Arbeitsrechtsverletzung informiert wurde, hat es auf die CCK-Forderungen folgendermaßen reagiert: Nike hatte einige Schritte gesetzt, um das Problem der ausstehende
Zahlungen, gemeinsam mit adidas, Russel Athletic und der FLA zu lösen..
Es dauerte eine Zeit bis ein Kompensationfonds eingerichtet wurde. Im Moment ist das Geld, das für diesen Fonds zur Verfügung gestellt wurde aber zu gering, um die ausstehenden Zahlungen zu decken. Alle Markenunternehmen, inklusive Nike, die von der Fabrik Hermosa Produkte bezogen haben, sind aufgefordert, ihren Beitrag für den Entschädigungsfonds zu erhöhen.
Die beklagten Arbeitsrechtsverletzungen wurden gar nicht korrigiert. 

Paxar, ein türkischer Zulieferbetrieb, der Labels für viele Markenunternehmen produzierte, weigerte sich, die neu gegründete Gewerkschaft in ihrer Fabrik anzuerkennen und entließ Mitglieder der Gewerkschaft.
Verstösse gegen Arbeitsrechte bezogen sich auf das Recht zur Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen.
Die beklagten Arbeitsrechtsverletzungen wurden korrigiert und es gibt keine ausstehenden Themen.

Im November 2007 wurden 55 Gewerkschaftsmitglieder, die in der Star Facotry in Honduras kurz nach dem die Gewerkschaft sich registriert hatte, entlassen. Nach Protesten von ArbeiterInnen, einer internationalen Solidaritätskampagne und der Intervention von Nike kam es im Dezember 2007 zu einem Abkommen zwischen den Konfliktparteien.


Jüngste Entwicklungen



Für Ende 2008 kündigte Nike die Veröffentlichung eines adaptierten Verhaltenskodex an.

2008 veröffentlichte Nike einen Bericht über ihre Aktivitäten in China. In diesem Bericht forderte Nike die chinesische Regierung auf die ILO-Konventionen 87 und 98 (Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen) anzuerkennen.

Bei der dreitätigen Play Fair-Konferenz im Juli 2008 in Hongkong sagte Nike zu, sich an den Follow-Up-Plänen von Play Fair 2008 - der Kampagne für bessere Arbeitsbedingungen in der Sportarikelindustrie - zu beteiligen, mit der Zielsetzung Gewerkschaftstätigkeiten und Kollektivverhandlungen in der Branche zu fördern und eine Anhebung der Löhne im gesamten Sektor zu erreichen.

Im Juli 2008 deckte ein australisches Nachrichtenprogramm „Channel 7“ Zwangsarbeit und menschenunwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen von MigrantInnen aus Bangladesch, Vietnam und Burma auf, die in einem Zulieferbetrieb in Malaysia von Nike beschäftigt waren. Nike reagierte auf den Bericht und garantierte, dass alle betroffenen MigrantInnen  sich entscheiden könnten, ob sie wieder in ihre Heimat zurück wollen oder in Malaysia bleiben wollen. Das Unternehmen würde dafür sämtlich Kosten und Entschädigungen übernehmen.



*Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste Nike den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen:  138,  182,  87,  98,  135,  100, 111,  29,  105,  1,  81,  122,  131,  154,  159,  175,  177,  183, und die ILO-Empfehlungen: 143,  35,  90, 111,  146,  164,  168,  184,  190.