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Firmenprofil: New Balance

www.newbalance.com

Hauptsitz:     Lawrence
Land:     United States
Gegründet:     1906
Anzahl der Verkaufsstellen in Europa:  Keine Angaben
Im Besitz von:     Jim Davis
Name of CEO:    Robert DeMartini
Produktbeschreibung:  New Balance gehören die folgenden Marken: Dunham, PF-Flyers (Schuhe), Aravon (Schuhe), Warrior (Lacrosse- und Hockey-Produkte) und Brine (Lacrosse-, Fußball-, Hockey- und Volleyball-Produkte).
Produktionsländer:    USA, China (People's Republic of China), Philippinen, Taiwan, Vietnam, Großbritanien
Allgemeine Bemerkungen:    Keine Angaben

Brighton Landing,
20 Guest St., Boston,
MA 02135-2088


Kommentar der Clean Clothes Kampagne (CCK)




New Balance hat den Fragebogen der CCK beantwortet. In der Vergangenheit hat sich New Balance kooperationsbereit gezeigt bei Anliegen von Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen.

Trotz einer gewissen Aufgeschlossenheit, möchte die CCK New Balance zu mehr Transparenz aufrufen, wie die Veröffentlichung der Zulieferliste und die Ergebnisse der Fabrik-Audits. Um eine unabhängige Überprüfung der Zulieferbetriebe sicherzustellen, fordert die CCK New Balance auf einer Multistakeholder-Organisation (MSI) beizutreten.

Die CCK fordert weiters von  New Balance einen existenzsichernden Lohn für alle ArbeiterInnen, die Produkte für das Unternehmen fertigen, zu garantieren. Um das Recht der ArbeiterInnen auf Vereinigungsfreiheit zu unterstützen, sollte New Balance darauf achten, dass das Unternehmen keine weiteren Betriebe auf ihre Zulieferliste aufnehmen, die in Ländern fertigen, wo nationale Gesetze Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlung einschränken oder in Freihandelszonen ansässig sind. Da Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen in diesen Zonen keine rechtliche Basis hat. New Balance sollte sich explizit gegen kurzfristige Anstellungsverhältnisse in den Zulieferbetrieben aussprechen, denn nur durch eine fixe Anstellung haben die ArbeiterInnen Anspruch auf alle Arbeitsrechte bzw. Sozialleistungen. Abschließend erwartet die CCK von New Balance ihre Einkaufpraktiken so zu gestalten, dass es den Zulieferbetrieben möglich ist, alle Arbeitsrechte einzuhalten, was eine stabile Geschäftsbeziehung, einen fairen Preis und realistische Lieferzeiten erfordert.


Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmensperformance hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche von Dokumenten, durchgeführt von der CCK 2007. Entwicklungen nach 2007 finden sich unter der Kategorie "Jüngste Entwicklungen".


Transparenz



New Balance hat den Fragebogen der CCK beantwortet und einige zusätzliche Dokumente mitgeliefert.  Nach unserer Information steht das Unternehmen nicht im Kontakt mit zivilgesellschaftlichen Organisationen bezüglich Themen der Unternehmensverantwortung.  Die Gehälter von Top-ManagerInnen sind nicht bekannt. Zum Teil werden die Produktionsländer genannt und über die Struktur der Zulieferkette informiert.  Es existiert kein Nachhaltigkeitsbericht.  New Balance liefert weder Ergebnisse von Fabrik-Audits noch Informationen zu Verifikations-Aktivitäten.


Explizite Anerkennung der Arbeitsrechte



Der Verhaltenskodex des Unternehmens New Balance verlangt, dass alle relevanten lokalen Arbeitsgesetze eingehalten werden müssen. Der Kodex weist jedoch nicht darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gilt. Im Verhaltenskodex wird nicht auf die Allgemeine Erklärung der Menschrechte verwiesen.  Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den ILO Kernkonventionen – zu respektieren. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlung, verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Das Unternehmen verpflichtet jedoch nicht alle Arbeitsstätten, in denen ihre Produkte hergestellt werden, dazu, den Kodex einzuhalten.  Der Verhaltenskodex von New Balance gilt für alle ArbeiterInnen in der Lieferkette, für die das Unternehmen eine gewisse Verantwortung trägt. Der Verhaltenskodex beinhaltet Maßnahmen, um den Kodex in den verwendeten Arbeitsstätten zu implementieren, und die Einhaltung zu überprüfen.  Jenseits der ILO Kernarbeitsnormen verpflichtet sich das Unternehmen weder dazu, Löhne entsprechend eines existenzsichernden Lohns noch entsprechend eines gesetzlichen Mindestlohns zu zahlen. Arbeitsstunden sind beschränkt, aber es wird nicht erwähnt, dass Überstunden nur gelegentlich anfallen sollten.  Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken.  Das Unternehmen verlangt nicht explizit, dass alle ArbeiterInnen einen gewöhnlichen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinausgehend ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*: 
- Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird. 
- Sonderbestimmungen für ArbeiterInnen unter 18 Jahren (z.B. Ausbildung, kein Recht zu arbeiten). 
- das Verbot des Arbeitgebers, Kautionen einzufordern oder Personalausweise zurückzubehalten. 
- die Garantie eines existenzsichernden Lohns für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden.
- den expliziten Hinweis auf die ILO-Kernkonvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit.


Kodexumsetzung und Beschaffungspolitik



New Balance hat nicht die Schritte angezeigt, die unternommen werden, um minimale Arbeitsstandards in der Zulieferkette effektiv zu implementieren.  Der Verhaltenskodex ist in die meisten Sprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht; jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex umzusetzen.    Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt New Balance nicht, die Zahlung eines existenzsichernden Lohns zu implementieren.   Entsprechend der gelieferten Information liegen einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird.  New Balance berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können.  Es existieren keine Vorschriften, um den Einkäufern positive Anreize zu geben, um bessere Arbeitsbedingungen zu belohnen.


Kontrollen und Überwachung



Die CCK hat keine Informationen über die Monitoring Aktivitäten des Unternehmens.  Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifikation durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert.


Skandalfälle und bekannt gewordene Arbeitskonflikte


 
ArbeiterInnen einer Fabrik in China wurde inhaftiert, nachdem sie öffentlich für bessere Arbeitsbedingungen in ihrer Fabrik demonstriert hatten. Die Fabrik produzierte für viele Sportartikelunternehmen, darunter auch New Balance. Verstöße gegen Arbeitsrechte bezogen sich auf Löhne, Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen. Das Unternehmen hat positiv und direkt reagiert, als es von der CCK über eine Arbeitsrechtsverletzung bei einem seiner Lieferanten informiert wurde.  Die beklagten Arbeitsrechtsverletzungen wurden korrigiert und es gibt keine ausstehenden Themen. 


Jüngste Entwicklungen



Bei der dreitätigen Play Fair-Konferenz im Juli 2008 in Hongkong sagte New Balance zu, sich an den Follow-Up-Plänen von Play Fair 2008 - der Kampagne für bessere Arbeitsbedingungen in der Sportarikelindustrie - zu beteiligen, mit der Zielsetzung Gewerkschaftstätigkeiten und Kollektivverhandlungen in der Branche zu fördern und eine Anhebung der Löhne im gesamten Sektor zu erreichen.



*Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste New Balance den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen:  138,  182,  87,  98,  135,  100, 111,  29,  105,  1,  81,  122,  131,  154,  159,  175,  177,  183 und die ILO- Empfehlungen: 143,  35,  90, 111,  146,  164,  168,  184,  190.