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Firmenprofil: Asics Corporation

www.asics.com

Hauptsitz:     Kobe
Land:     Japan
Gegründet:     1949
Anzahl der Verkaufsstellen in Europa:     14
Im Besitz von:     AG
CEO:    Kiyomi Wada
Produktbeschreibung:     Das Unternehmen verkauft Schuhe, Sportbekleidung und Sportartikel unter den Markennamen Asics und Onitsuka Tiger
Produktionsländer:    Kenia, Mauritius, Tunesien, El Salvador, Mexiko, USA, Bangladesch, Kambodscha, China (People's Republic of China), Indonesien, Japan, Korea, Süd Korea (Republic of Korea), Laos, Malaysia, Pakistan, Taiwan, Thailand, Türkei, Vietnam, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, Niederlande, Polen, Portugal, Slowakische Republik, Spanien, Australien, Neuseeland
Allgemeine Bemerkungen:    Keine Angaben

1-1 Minatojima Nakamachi 7-chome,
Chuo-ku 650-8555 Kobe,
n.almering@eu.asics.com


Kommentar der Clean Clothes Kampagne (CCK)


Asics Corporation hat den Fragenbogen der CCK beantwortet. Weiters informierte das Unternehmen die CCK, dass Asics Corporation einen weiteren Austausch zum Thema Arbeitsbedingungen in Zulieferbetrieben mit NGOs  und Gewerkschaften begrüßen würde. Im Anschluss an die  Play Fair Kampagne 2004 wurde Asics Corporation Mitglied bei der FLA. 2007 informierte Asics Corporation die CCK, dass ihre CSR-Politik und deren Implementierung adaptiert wurde. Welche genauen Änderungen das Unternehmen vorgenommen hat, wurde der CCK nicht mitgeteilt.

Auf der Website von Asics Corporation finden sich Angaben über ihre Visionen betreffend CSR. Die CCK möchte Asics Corporation dazu motivieren, ihre Transparenz zu steigern, d.h. ihre Zulieferliste und die Ergebnisse der Fabrik-Audits zu veröffentlichen.

Die CCK ruft Asics Corporation auf, einen existenzsichernden Lohn für alle ArbeiterInnen, die Produkte für das Unternehmen fertigen, zu garantieren. Um das Recht der ArbeiterInnen auf Vereinigungsfreiheit zu unterstützen, sollte Asics darauf achten, dass das Unternehmen keine weiteren Betriebe auf ihre Zulieferliste aufnehmen, die in Ländern fertigen, wo nationale Gesetze Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlung einschränken oder in Freihandelszonen ansässig sind. Da Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen in diesen Zonen keine rechtliche Basis hat. In diesem Sinne begrüßt die CCK die kürzlich ausgesprochene Zusage von Asics Corporation sich an Projekten zu beteiligen, in denen die Ausweitung von Gewerkschaftstätigkeiten und Kollektivverhandlungen gefördert werden, ebenso wie ein Anstieg der Löhne im gesamten Sektor. Asics Corporation sollte sich explizit gegen kurzfristige Anstellungsverhältnisse in den Zulieferbetrieben aussprechen, denn nur durch eine fixe Anstellung haben die ArbeiterInnen Anspruch auf alle Arbeitsrechte bzw. Sozialleistungen. Abschließend erwartet die CCK von Asics Corporation ihre Einkaufpraktiken so zu gestalten, dass es den Zulieferbetrieben möglich ist, alle Arbeitsrechte einzuhalten, was eine stabile Geschäftsbeziehung, einen fairen Preis und realistische Lieferzeiten erfordert.

Die nachfolgende Beurteilung der Unternehmensperformance hinsichtlich Transparenz sowie der Implementierung und dem Monitoring von Arbeitsrechtsnormen basiert auf den Antworten des Unternehmens auf den Fragebogen der CCK und auf einer zusätzlichen Recherche von Dokumenten, durchgeführt von der CCK 2007. Entwicklungen nach 2007 finden sich unter der Kategorie "Jüngste Entwicklungen".

Transparenz


Asics Corporation hat den Fragebogen der CCK beantwortet und einige zusätzliche Dokumente mitgeliefert.  Das Unternehmen arbeitet mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zu Themen der Unternehmensverantwortung und steht im regelmässigen Dialog mit NGOs und Gewerkschaften, inklusive der CCK.  Das Unternehmen ist im Hinblick auf viele Kennzahlen Umsätze, Profite, Verkäufe und Unternehmensstruktur transparent.  Die Gehälter von Top-ManagerInnen sind nicht bekannt. Es werden alle Produktionsländer genannt.  Ein Nachhaltigkeitsbericht ist öffentlich zugänglich, aber er entspricht nicht internationalen Berichtsstandards (GRI). Asics Corporation liefert keine Ergebnisse von Fabrik-Audits, aber Informationen zu Verifikations-Aktivitäten.  Das Unternehmen veröffentlicht keine allgemeinen Ziele für künftige Audit-Aktivitäten.

Explizite Anerkennung der Arbeitsrechte


Der Verhaltenskodex des Unternehmens Asics Corporation verlangt, dass alle relevanten lokalen Arbeitsgesetze eingehalten werden müssen. Der Kodex weist jedoch nicht darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gilt. Im Verhaltenskodex wird nicht auf die Allgemeine Erklärung der Menschrechte verwiesen.  Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den ILO Kernkonventionen – zu respektieren. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlung, verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Das Unternehmen verpflichtet jedoch nicht alle Arbeitsstätten, in denen ihre Produkte hergestellt werden, dazu, den Kodex einzuhalten.  Der Verhaltenskodex von Asics Corporation gilt für alle ArbeiterInnen in den Kleiderfabriken, für die das Unternehmen eine Mitverantwortung trägt.  Jenseits der ILO Kernarbeitsnormen verpflichtet sich das Unternehmen weder dazu, Löhne entsprechend eines existenzsichernden Lohns noch entsprechend eines gesetzlichen Mindestlohns zu zahlen. Arbeitsstunden sind beschränkt, aber es wird nicht erwähnt, dass Überstunden nur gelegentlich anfallen sollten.  Der Verhaltenskodex verlangt eine sichere und hygienisch einwandfreie Arbeitsumgebung in den Zulieferfabriken.  Das Unternehmen verlangt nicht explizit, dass alle ArbeiterInnen einen gewöhnlichen Arbeitsvertrag erhalten. Über die oben erwähnten Arbeitsstandards hinausgehend ist der Verhaltenskodex in einzelnen Punkten nicht hinreichend genau. Er enthält keine Verpflichtung im Hinblick auf*: 
- Bestimmungen über vorübergehende Maßnahmen im Interesse der Kinder und ihrer Familien, wenn Kinderarbeit vorgefunden wird. 
- Sonderbestimmungen für ArbeiterInnen unter 18 Jahren (z.B. Ausbildung, kein Recht zu arbeiten). 
- spezifische Schritte, um vernünftige Arbeitsbedingungen in solchen Ländern zu fördern, in denen nationale Gesetze das Vereinigungsrecht und die Rechte zu Kollektivverhandlungen einschränken. 
- das Verbot des Arbeitgebers, Kautionen einzufordern oder Personalausweise zurückzubehalten. 
- die Garantie eines existenzsichernden Lohns für einen regulären Arbeitstag ohne Überstunden.
- den expliziten Hinweis auf die ILO-Kernkonvention 182 gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit.

Kodexumsetzung und Beschaffungspolitik


Das Unternehmen ist Mitglied in einer glaubwürdigen Multi-Stakeholder Initiative (MSI). Asics Corporation implementiert den Verhaltenskodex entsprechend den Richtlinien der MSI, ist engagiert, glaubwürdige Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu unternehmen, und zahlt für die Audits seiner Zulieferer.  Der Verhaltenskodex ist in die meisten Sprachen der Länder übersetzt, aus denen das Unternehmen die Waren bezieht; jeder Kaufvertrag legt die Verpflichtung des Zulieferers fest, den Kodex umzusetzen.    Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt Asics Corporation nicht, die Zahlung eines existenzsichernden Lohns zu implementieren.   Entsprechend der gelieferten Information liegen einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert wird.  Asics Corporation berücksichtigt zu einem gewissen Grade, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Das Unternehmen hat einige Prozeduren etabliert, welche den Zulieferern zeigen, wie Planung verbessert und damit übermäßige Überstunden vermieden werden können.  Es existieren keine Vorschriften, um den Einkäufern positive Anreize zu geben, um bessere Arbeitsbedingungen zu belohnen.

Kontrollen und Überwachung


Das Unternehmen ist Mitglied der Multi-Stakeholder Initiative Fair Labor Association (FLA).  Der Monitoring- und Verifikationsprozess beinhaltet die Konsultation lokaler Stakeholder.

Skandalfälle und bekannt gewordene Arbeitskonflikte


 Es existieren keine CCK-Aufrufe, welche Asics Corporation auffordern, Verantwortung für Arbeitsrechtsverletzungen in ihrer Lieferkette zu übernehmen.      

Jüngste Entwicklungen


Asics Corporation hat 2008 angekündigt eine Beschwerdehotline für ArbeiterInnen einzurichten.
Asics Corporations Planung bis 2010 inkludieren Weiterbildung für Agenten und Fabrikmanagement über den Aufbau von Beschwerdemechanismen. (Weitere Informationen dazu finden Sie unter http://www.oxfam.org.au/campaigns/labour-rights/reports/offside/offside_update.html).

Im Rahmen der Recherchen zum Play Fair Report 2008 „Die Hürden überwinden“  wurde aufgedeckt, dass in einer chinesischen Fabrik, die für Asics Corporation produziert, ArbeiterInnen, die die Quote nicht einhalten konnten, einen Bericht an das Management schreiben müssen, in dem sie erklären müssen, warum sie die Quoten nicht geschafft haben und gleichzeitig garantieren müssen, dass sie die Quote am nächsten Tag erreichen werden.

Bei der dreitätigen Play Fair-Konferenz im Juli 2008 in Hongkong sagte Asic zu, sich an den Follow-Up-Plänen von Play Fair 2008 - der Kampagne für bessere Arbeitsbedingungen in der Sportarikelindustrie - zu beteiligen, mit der Zielsetzung Gewerkschaftstätigkeiten und Kollektivverhandlungen in der Branche zu fördern und eine Anhebung der Löhne im gesamten Sektor zu erreichen.
Asics Corporation kündigte im Juni 2008 an, dass ihre Tochterunternehmen in China, ASICS Shanghai Trading Co., Ltd. und Jiang Su ASICS Co., Ltd. Sportbekleidung für die Erdbebenopfer von Sichuan spenden.



*Um mit den jüngsten Entwicklungen der international anerkannten Arbeitsrechtsnormen mitzuhalten (siehe Kodex unter: www.jo-in.org), müsste Asics Corporation den Firmenkodex bezüglich der folgenden Normen aktualisieren und die folgenden ILO-Konventionen explizit anerkennen:  138,  182,  87,  98,  135,  100, 111,  29,  105,  1,  81,  122,  131,  154,  159,  175,  177,  183, und die ILO-Empfehlungen: 143,  35,  90, 111,  146,  164,  168,  184,  190.