Aus für gesundheitsgefährdende Lederschuhe?

Die Clean Clothes Kampagne begrüßt neues, EU-weites Importverbot von Chrom VI-haltigem Leder, das in Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Wien/ Brüssel, 30.04.2015. Ab 1. Mai 2015 ist es verboten, Chrom VI-haltiges Leder auf den Europäischen Markt zu bringen. Das ist ein wichtiger Schritt, um die europäischen KonsumentInnen vor gesundheitsgefährdenden Lederprodukten zu schützen. Die Menschen, die in Billiglohnländern tagtäglich Leder gerben, bleiben aber weiterhin den teilweise hochgiftigen Chemikalien ausgeliefert. Aus diesem Grund macht die Clean Clothes Kampagne mit dem Motto „Change Your Shoes“ auf die Arbeitsbedingungen in, sowie die Gesundheits- und Umweltgefährdungen durch die Lederindustrie aufmerksam und fordert mehr Transparenz von Herstellern.

"Es ist besorgniserregend, dass Trägerinnen und Träger von Lederschuhe Gefahr laufen, durch unreine Gerb-Methoden Gesundheitsrisiken einzugehen. Noch gefährdeter sind die Arbeiterinnen und Arbeiter in Gerbereien in Billiglohnländern, wie Indien oder Bangladesch. Sie sind den Giften oft vollkommen schutzlos ausgeliefert. Das muss sich ändern!", meint Michaela Königshofer, Leiterin der Clean Clothes Kampagne in Österreich und fügt hinzu: "Das Importverbot von Chrom VI-haltigem Leder, ist ein erster Schritt - wie gut diese Maßnahme greifen wird und ob sie auch positive Auswirkung auf die Lederherstellung außerhalb der EU haben wird, bleibt jedoch abzuwarten."

80-85% des Leders wird weltweit durch chemische Verfahren gegerbt. Die Gerbung mit Chrom-III-Salzen ist weltweit die gängigste Methode, obwohl sie Risiken für Umwelt und Gesundheit birgt. Gesundheitsgefährdend ist sie vor allem dann, wenn es dabei zur unerwünschten Bildung von Chrom VI-Verbindungen kommt. Das sechswertige Chrom ist hochgiftig und krebserregend und kann im Gegensatz zu Chrom III leicht in die Haut eindringen. Das kann sowohl für  ProduzentInnen als auch TrägerInnen dieses Leders gesundheitsgefährdend sein und zu Haut- und Atemwegserkrankungen führen.

Im Gegensatz zu den Missständen in der Bekleidungsindustrie, sind die menschenunwürdigen Arbeits- und Produktionsbedingungen in der Leder- und Schuhproduktion  bis dato noch weitgehend unbekannt. Die Kampagne „Change Your Shoes“ wird in den kommenden Jahren dafür eintreten, Missstände aufzudecken und für Veränderungen bei den Unternehmen zu plädieren. „Unser Ziel ist es Verbesserungen der sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen in der Leder- und Schuhindustrie zu erwirken. Dazu gehören unter anderem menschenwürdige Löhne und sichere Arbeitsplätze in Gerbereien und Fabriken“, fasst Königshofer zusammen.

Die Kampagne steht heuer im Zeichen des Europäischen Jahr für Entwicklung und dessen Motto „Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft“. Die EU spielt eine wichtige Rolle beim Schutz von ArbeiterInnen und KonsumentInnen vor gesundheitsgefährdenden Produkten und bei der Implementierung einer ethischen und nachhaltigen Schuhproduktion.

Weitere Informationen zur neuen EU-Richtlinie:

http://www.bureauveritas.com/wps/wcm/connect/bv_com/group/home/about-us/our-business/cps/whats-new/bulletins/eu_restricts_chromiumvi_leather_articles 

Fotos zum Downloaden: http://www.cleanclothes.at/presse

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Michaela Königshofer
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E-Mail:
michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
www.cleanclothes.at
 

Die Clean Clothes Kampagne (CCK) setzt sich für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungs- und Sportartikelproduktion ein. Die CCK ist Teil der Clean Clothes Campaign, einer Koalition von Kampagnen in 17 europäischen Ländern mit einem Netzwerk von über 250 Partnerorganisationen weltweit und wird in Österreich von Südwind koordiniert und von zahlreichen gewerkschaftlichen, kirchlichen, frauen- und entwicklungspolitischen Organisationen getragen.

Diese Presseaussendung wurde von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und der Europäischen Union gefördert. Die vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Clean Clothes Kampagne wieder und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der Fördergeber dar.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: Unter dem Motto des Europäischen Jahres für Entwicklung macht 2015 auch Österreich auf die vielseitigen Effekte von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit informiert gemeinsam mit ihren Partnern - unterstützt durch die Europäische Kommission - über Entwicklungspolitik und fordert zum Mitmachen auf. Auch Sie können etwas beitragen!  #EYD2015AUT

April 29, 2015, 13:14:04 Heike Hochhauser
Gerberei in Bangladesh_© GMB Akash
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