Faire Arbeitsbedingungen in Bewegung?

Clean Clothes Kampagne übergibt Petitionskarten an Burton mit der Forderung nach mehr Transparenz und mehr Engagement für faire Arbeitsbedingungen.

04.07.2012, Innsbruck. Marken der Snowboard-, Surf- und Skaterszene werben mit coolem Lifestyle und Freizeitvergnügen. Doch der Spaß endet bei den strukturell schlechten Arbeitsbedingungen in Produktionsländern wie China, Indien oder Vietnam, wo die Menschen oft unter gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen für Hungerlöhne bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten, wie die Clean Clothes Kampagne (CCK) immer wieder berichtete.

Daraufhin forderte die CCK im Rahmen einer Petition gemeinsam mit KonsumentInnen von den Unternehmen mehr Transparenz und konkrete Schritten für die Sicherstellung von fairen Arbeitsbedingungen. Von Herbst 2011 bis Frühsommer 2012 unterschrieben 4063 Menschen die Petition „Ride for a Change“.

In Österreich erklärte sich Burton Snowboards, mit Sitz der Europazentrale in Innsbruck, gesprächsbereit. Am Montag übergaben Clean Clothes-AktivistInnen die gesammelten Petitionskarten an den Geschäftsführer von Burton Europa, Hermann Kapferer. „Wir freuen uns sehr, dass Burton als erstes Unternehmen die Anliegen der Konsumentinnen und Konsumenten ernst nimmt und uns die Gelegenheit gibt uns über faire Arbeitsbedingungen auszutauschen“ begrüßt Michaela Königshofer, Koordinatorin der CCK, diesen ersten Schritt.
Hermann Kapferer erklärt: „Die Vorschläge der Clean Clothes Kampagne sind ohne Zweifel wichtige Schritte zur Verbesserung der Situation von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer insbesondere in Asien und Lateinamerika. Wir erkennen den Handlungsbedarf und überprüfen derzeit bestehende Kodizes und Richtlinien in Bezug auf unsere Beschaffungspraktiken.“

Im Herbst vergangenen Jahres veröffentlichte die Clean Clothes Kampagne die Auswertung einer Unternehmensbefragung in Form von Firmenprofilen. Zehn international agierende Unternehmen der Branche wurden vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt verpflichtete sich noch keines der zehn untersuchten Unternehmen zur Zahlung eines existenzsichernden Lohns, veröffentlichte keinen Sozialbericht, und legte auch keine Produktionsstandorte offen. Sechs von zehn Unternehmen, nämlich Burton, Carhartt, Etnies, Nikita, Nitro und Rip Curl haben keinen öffentlich zugänglichen Verhaltenskodex. Die Kodizes der anderen Firmen sind unzureichend und sind entweder nicht für die gesamte Zulieferkette bindend oder geben keinen Aufschluss darüber, wie die Einhaltung kontrolliert wird.

Obwohl all diese Unternehmen im Rahmen der Unternehmensbefragung angeschrieben wurden, haben sie bis dato noch nicht reagiert. „Wir hoffen, dass die Branche in Bewegung kommt, dem Beispiel von Burton folgt und in der Zukunft nicht nur für Coolness und Lifestyle, sondern auch für faire Arbeitsbedingungen steht“, so Königshofer.

Zum Weiterlesen und Downloaden:
Presseaussendung zum Petitionsstart „Ride for a Change“
„Ride for a Change“ – Firmenprofile

Rückfragehinweis:
Michaela Königshofer
Clean Clothes Kampagne
E-Mail: michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
Tel.: 01-405-55-15-306

Birgit Gruber
Burton Snowboads
E-Mail: birgitg@burton.at
Tel.: 0512-230-512-5061

Juli 3, 2012, 18:11:08 Heike Hochhauser
Clean Clothes-AktivistInnen übergeben die gesammelten Petitionskarte an Hermann Kapferer, Geschäftsführer Burton Europa (erste Person von rechts)
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elisabeth.schinzel@suedwind.at

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