Die Erhebung fokussierte auf die vier Themenfelder Transparenz, explizite Anerkennung der Arbeitsrechte (Verhaltenskodex), Kodexumsetzung und Beschaffungspolitik, sowie Kontrollen und Überprüfung von sozialen Mindeststandards. Von 57 Firmen haben 9 Unternehmen weder auf die Firmenbefragung reagiert, noch sich in öffentlich zugänglichen Dokumenten zu ihrer sozialen Verantwortung geäußert. Diese finden sich in der schlechtesten Kategorie „Verweigerer“ wieder. Nicht nur Billiganbieter wie New Yorker und Pimkie sind darunter, auch die hochpreisige Marke Diesel, sowie Street- und Skatewear-Anbieter wie Burton und Carhartt machen keine Angaben zu ihrer sozialen Verantwortung.
Die auf allen Einkaufsstraßen vertretenen Unternehmen H&M und C&A wurden in die Kategorie „Durchschnittlich“ eingereiht. Insgesamt 30 der befragten Firmen finden sich in der Gruppe „Durchschnittlich“ oder „Einsteiger“ wieder. „Viele Unternehmen engagieren sich gerade genug, um bei Konsumentinnen und Konsumenten nicht schlecht aufzufallen“, kritisiert Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne. „Der zentralen Forderung nach Bezahlung eines existenzsichernden Lohns kommt kaum ein Unternehmen nach. So leben noch immer Millionen von Näherinnen und Nähern trotz Arbeitszeiten von 70 Stunden und mehr pro Woche unter unmenschlichen Bedingungen.“
Das Unternehmen Erima, mit dessen Freizeitkleidung die österreichischen Olympioniken ausgestattet werden, hat aus Sicht der Clean Clothes Kampagne Nachholbedarf. Erima bekennt sich nicht zur Bezahlung eines Existenzlohns, strikte Vorgaben hinsichtlich exzessiver Überstunden fehlen.
Die bereits im Oktober veröffentlichten Ergebnisse der Befragung von Outdoor-Unternehmen, wie North Face, Salewa oder Jack Wolfskin wurden um vier österreichische Anbieter - Löffler, Skinfit, Sportalm, Northland - erweitert. Die Firmen Löffler und Sportalm setzen auf Produktion in Europa. Die Unternehmen Northland und Skinfit lassen den Großteil ihrer Bekleidung in China oder Tunesien produzieren. Konkrete Vorgaben der Unternehmen hinsichtlich ethischer Richtlinien für ihre dortigen Zulieferbetriebe konnten nicht herausgefunden werden.
Nur drei Unternehmen von 57 wurden von der Clean Clothes Kampagne als „Fortgeschritten“ eingestuft; Mammut, Odlo und Switcher. „Es gibt noch viel zu tun“, so Michaela Königshofer, „aber ich hoffe, dass wir beim nächsten Durchlauf der Erhebung mehr Unternehmen als ‚Fortgeschritten’ einstufen können.“
Über 10 Jahre lang trug die Clean Clothes Kampagne Österreich (CCK) ihr blau grünes Logo in Jeansoptik. Die CCK-Plattform hat sich Ende letzten Jahres dazu entschieden, auf das internationale Clean Clothes Logo umzusteigen, um die internationale Vernetzung der CCK hervorzustreichen. Die Kampagne präsentiert sich nun in neuem Gewand mit Naht und Schere.
Für weitergehende Informationen bieten wir Hintergrundinformationen zum Bewertungsschema des Firmen-Checks an.
Wenn Sie Fragen haben, Fotos benötigen oder in unseren Presseverteiler aufgenommen werden wollen, wenden Sie sich bitte an:
Mag.a Michaela Königshofer
Koordinatorin Clean Clothes Kampagne Österreich
Tel.: 01 405 55 15 - 306
michaela.koenigshofer@cleanclothes.at
Die Fotos zu den Presseaussendungen können frei verwendet werden unter Angabe des jeweiligen Copyrights.
Hier finden Sie Logos der Clean Clothes Kampagne