Bangladesch: Gerichtsverfahren gegen ArbeitsrechtsrechtlerInnen steht unmittelbar bevor

Kürzlich entschied eineR der zuständigen RichterInnen, dass Kalpona Akter und Babul Akhter vom Bangladesh Workers Solidarity Center (BCWS), sowie weitere angeklagte ArbeitsrechtlerInnen, bereits im kommenden Monat vor Gericht erscheinen müssen.

Im Sommer des Jahres 2010 erhoben BesitzerInnen von Zulieferbetrieben für internationale Unternehmen wie Walmart, H&M sowie Carrefour, haltlose Anklagen gegen ArbeiterInnen sowie ArbeitsrechtlerInnen. Die Anklagen waren eine Folge von Massenprotesten bangladeschischer ArbeiterInnen für Lohnerhöhungen. Alle Anklagen umfassen ein Strafausmaß von drei Monaten bis zehn Jahren Haft, in einigen Fällen sogar bis zur Todesstrafe.

Im vergangenen Sommer verbrachten Kalpona Akter und Babul Akther 30 Tage in Haft. Dabei waren sie bedroht und gefoltert worden. Auch Aminul Islam, ebenfalls von BCWS wurde verhaftet und war während seiner Haft der Gewalt des Staatssicherheitsdiensts ausgeliefert. Mittlerweile sind alle drei wieder auf freiem Fuß (Clean Clothes berichtete). 11 ungerechtfertigte Anklagen von verschiedenen FabriksbesitzerInnen, u.a. Nassa, einem der Hauptzulieferbetriebe von Walmart, sind jedoch noch aufrecht.  Weitere hunderte ArbeiterInnen und AktivistInnen warten noch auf ein Gerichtsurteil. Unter ihnen auch Mushrefa Mishu (Garment Workers Unity Forum), die mehr als vier Monate in Haft verbringen musste und noch immer mit den gesundheitlichen Problemen kämpft, die er durch polizeiliche Misshandlungen erlitten hat.

Als einer der bedeutendsten Einkäufer von Kleidung aus Bangladesch sollte der US-Konzern Walmart die nötige Verantwortung tragen und sicherstellen, dass sich bangladeschische ArbeiterInnen gegen die menschenunwürdigen Bedingungen an ihrem Arbeitsplatz wehren können ohne dabei zu riskieren zu müssen bedroht, verhaftet oder gefoltert zu werden. Obwohl Walmart behauptet, dass ihr Zulieferbetrieb Nassa die Anklagen zurückgezogen hat, ist dies nicht der Fall.

Daher ist es wichtig Walmart aufzufordern
- den nötigen Druck auf Zulieferbetriebe auszuüben damit diese die haltlosen Anklagen gegen Kalpona Akter, Babul Akhter, Aminul Islam und andere ArbeitsrechtlerInnen zurückziehen
- sicherzustellen, dass jene PolizistInnen und Angestellte des Staatssicherheitsdienst die für die Folterung verantwortlich waren zur Rechenschaft gezogen werden
- sicherzustellen dass Arbeitsrechtsorganisationen wie das Bangladesh Center for Worker Solidarity (BCWS) arbeiten können ohne Sanktionen befürchten zu müssen.

Unterstützen wir Kalpona Akter und die anderen ArbeitsrechtlerInnen. Schicken Sie ein Email mit den Forderungen an Walmart!

Link zur Petition

Mai 30, 2011, 21:15:41 Philip Doyle
Kalpona Akter
Kalpona Akter
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