28 Tote bei Brand in einer Bekleidungsfabrik in Bangladesch

Die Clean Clothes Kampagne erhebt schwere Vorwürfe gegenüber der Regierung und Unternehmen. Sicherheitsvorkehrungen seien unzureichend gewesen

Wien/Dhaka, 15.12.2010 - Mindestens 28 ArbeiterInnen kamen bei einem Brand am 14. Dezember in der Bekleidungsfabrik “That's It Sportswear Ltd” nahe der Hauptstadt Dhaka ums Leben. Dutzende wurden verletzt. Das Feuer war im neunten und zehnten Stockwerk der Fabrik ausgebrochen. Daraufhin stürzten sich einige ArbeiterInnen in Panik vom Dach, andere erstickten in den Flammen. Ersten AugenzeugInnenberichten zufolge seien zwei von sechs Notausgängen versperrt gewesen, was in der Fabrik üblich war.

In der Fabrik wurde Bekleidung für internationale Markenunternehmen wie Gap und Wrangler hergestellt. Sie gehört zur Ha-Meem-Gruppe, einer der größten Zulieferer in Bangladesch. In der Vergangenheit deckten die Clean Clothes Kampagne (CCK) und andere NGOs bei Recherchen immer wieder Arbeitsrechtsverletzungen auf, wie zum Beispiel das Unterbinden gewerkschaftlicher Organisierung in deren Fabriken. Laut Website der Ha-Meem-Gruppe produziert diese u.a. für H&M und Zara (Inditex).

In der Bekleidungsindustrie in Bangladesch kommt es immer wieder zu derartigen Bränden mit tödlichem Ausgang. Zuletzt waren im Februar. 21 ArbeiterInnen bei einem Fabrikbrand ums Leben gekommen. Dennoch sind die Sicherheitsvorkehrungen in den Fabriken mangelhaft. Notausgänge bleiben oft versperrt oder sind nicht zugänglich.

Die CCK und andere NGOs machen seit langem auf diese Missstände aufmerksam. „Die Markenfirmen und die Regierung müssen sich endlich darum kümmern, dass die Fabriken die Sicherheitsstandards erhöhen und nicht noch mehr Arbeiter und Arbeiterinnen darin sterben müssen“, fordert Michaela Königshofer, Leiterin der österreichischen Clean Clothes Kampagne. „Besonders wichtig ist, dass die Warnungen derjenigen ernst genommen werden, die in den Fabriken arbeiten. Dazu müssen sie sich auch organisieren und beschweren dürfen.“

Nun sei es wichtig, dass die Unternehmen, für die die Ha-Meem-Gruppe produziert, Verantwortung übernehmen und Entschädigungszahlungen für die Hinterbliebenen und Verletzten leisten.

Dez. 15, 2010, 12:08:21 Michaela Königshofer
Fabrikbrand Bangladesch
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