EM-Sponsor zahlt keine Abfindungen

adidas ließ bis 2010 in dem indonesischen Zulieferbetrieb PT Kizone produzieren. Nach Schließung des Werks 2011, wurden die 2,800 ArbeiterInnen ohne die gesetzlich vorgeschriebene Abfertigung gekündigt. adidas weigert sich trotz Rekordgewinnen, die ausstehende Summe von 1,4 Mio. Euro zu zahlen.

Im Juli 2011 haben andere Einkäufer der Fabrik angekündigt, dass sie 1,3 Millionen Euro, also knapp die Hälfte der den ArbeiterInnen zustehenden 2,7 Millionen Euro, für einen Entschädigungsfonds aufbringen werden. adidas weigert sich, seinen Teil der Abfindungszahlungen zu leisten. Dies bedeutet, dass die ehemaligen ArbeiterInnen sich verschulden müssen, um überleben und ihre Kinder weiterhin zur Schule schicken zu können.

Eine ehemalige PT Kizone-Arbeiterin schildert ihre Situation folgendermaßen: „Ich hoffe wirklich, dass ich bald Geld bekomme, damit ich meinen Sohn zur Schule schicken kann. Wenn er nicht weiter zur Schule geht, wird es ihm nicht möglich sein, genügend Geld zum Leben zu verdienen. Wenn er seine Schule abschließt, fällt es ihm leichter einen Job zu bekommt. Ich werde älter und bald kann ich ihn nicht mehr unterstützen. Wenn du einmal über 45 bist, ist es schwer eine Arbeit zu finden, sogar wenn du qualifiziert bist. Ich bin jetzt 42, mir bleiben nur noch drei Jahre bis dahin.“


adidas behauptet, diesen ArbeiterInnen gegenüber nicht verantwortlich zu sein, da das letzte Produkt im November 2010 - also vor der Schließung der Fabrik - von adidas abgenommen wurde. Aber das Recht auf Abfindungszahlung wird über den gesamten Beschäftigungszeitraum erworben. Deshalb steht es den ArbeiterInnen zu, dieses Geld zu erhalten, da sie jahrelang auch für adidas produziert haben.

adidas sagt ebenfalls, dass es für Gesetzesverstöße seiner Zulieferer keine Verantwortung trägt. Aber adidas ist dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass alle lokalen Gesetze, internationalen Übereinkünfte und ihr eigener Unternehmenskodex eingehalten werden.

Ende 2011 verzeichnete adidas einen 18 %igen Gewinnzuwachs. Außerdem konnte adidas mehr als 24 Millionen Euro aufbringen, um zum Hauptsponsoren der diesjährigen EM zu werden. Wenn es darum geht, bekannte Persönlichkeiten dazu zu bringen, ihre Kleidung zu tragen, hat adidas keine Probleme das Geld zusammenzubringen. Geht es aber um diejenigen am anderen Ende der Kette, steht kein Geld zur Verfügung.

Die Clean Clothes Kampagne fordert adidas auf

  • den ArbeiterInnen die ausstehenden 1,4 Mio Euro zuzüglich Zinsen zu zahlen,

  • den arbeitslosen ehemaligen PT Kizone-ArbeiterInnen Beschäftigung zu gleichen Vertragsbedingungen anzubieten, ohne jemanden wegen seines Alters, an adidas gestellten Forderungen oder anderen Kriterien zu diskriminieren; diese Arbeit muss nahe an den jeweiligen Wohnorten liegen um zu verhindern, dass Familien zerrissen werden,

  • die Gewerkschaft DPC SPSI TSK, die die Mehrheit der ArbeiterInnen vertritt, positiv an diesem Prozess zu beteiligen.

Zur Petition

Weitere Informationen siehe Playfair Website

Mai 14, 2012, 16:46:00 Philip Doyle
adidas rote karte____
adidas rote karte
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