Unterstützung für entlassene kambodschanische ArbeiterInnen

[Kambodscha 2010] Unterstützen Sie mehr als 300 kambodschanische ArbeiterInnen. Sie wurden gekündigt, weil sie für faire Löhne gestreikt haben. Im September letzten Jahres legten die ArbeiterInnen ihre Arbeit nieder, um die Gewerkschaften in ihren Verhandlungen zu Mindestlöhnen zu unterstützen.

 Sie wurden daraufhin von ihren ArbeitgeberInnen entlassen. Alle bisherigen Bemühungen eine Wiedereinstellung zu erreichen waren erfolglos, und das trotz gerichtlicher Anweisung und der Aufforderung der Regierung die ArbeiterInnen wieder einzustellen. H&M, Zara und Gap lassen von einem Großteil der betroffenen Fabriken produzieren.

Urgent Action: unsere Solidarität ist wichtig!   
Fordern wir gemeinsam die Wiedereinstellung der unrechtmäßig entlassenen ArbeiterInnen sowie angemessene Kompensationszahlungen für die Zeit Ihrer Arbeitslosigkeit!


200.000 ArbeiterInnen streiken für faire Löhne


Der Streik dauerte drei Tage und wurde von den ArbeiterInnen massiv unterstützt: Am letzten Tag beteiligten sich über 200.000 ArbeiterInnen in etwa 90 Fabriken daran. Der Protest wurde von Seiten der GewerkschaftsführerInnen beendet, nachdem diese zu einem Treffen im Sozialministerium eingeladen wurden, um ihre Forderungen zu besprechen. Als jedoch die ArbeiterInnen wieder zur Arbeit erschienen, wurden vor allem jene entlassen, die gewerkschaftlich organisiert waren. Zusätzlich wurden gerichtliche Klagen gegen dutzende GewerkschaftsfühererInnen eingeleitet.

Unternehmen ignorieren Verfassung und internationale Konventionen


Das Vorgehen der ArbeitgeberInnen verstößt gegen die kambodschanischen Arbeitsgesetze sowie gegen die Verfassung des Landes. Es stellt weiters eine Verletzung der ILO-Konventionen zu Versammlungsfreiheit und dem Recht auf Kollektivverhandlungen dar. Die kambodschanische Regierung forderte die Unternehmen auf, ihre Anklagen fallen zu lassen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zusätzlich verkündete die Regierung, keine Entlassungen von ArbeiterInnen anzuerkennen.

Gerichtsentscheidung zur Wiedereinstellung ohne Wirkung


Anfang Oktober entschieden die Gerichte, dass die entlassenen ArbeiterInnen innerhalb von 48 Stunden wiedereingestellt werden müssen. Die UnternehmerInnen erhoben Einspruch. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Viele UnternehmerInnen ignorieren seither die Anordnung der Regierung bzw. der Gerichte und verweigern den ArbeiterInnen die Rückkehr an ihre Arbeitsplätze.

Clean Clothes Kampagne setzt Markenfirmen unter Druck


Seit September letzten Jahres fordert die Clean Clothes Kampagne (CCK) von internationalen Markenfirmen, die in diesen Fabriken produzieren lassen, die sofortige und vorbehaltslose Wiedereinstellung der ArbeiterInnen, Außerdem ruft die CCK die FabriksmanagerInnen auf, einen ehrlichen Dialog mit den Gewerkschaften aufzunehmen.

Obwohl einige der Markenunternehmen erste Schritte in diese Richtung unternommen haben, waren diese nicht ausreichend, um die Situation für die betroffenen ArbeiterInnen wirklich zu verbessern. Die Unternehmen müssen ihre Bemühungen verstärken, um sicherzustellen, dass ArbeiterInnen nicht mehr länger leiden müssen, nur weil sie von ihrem Streikrecht Gebrauch gemacht haben.

Urgent Action: unsere Solidarität ist wichtig!  
Fordern wir gemeinsam die Wiedereinstellung der unrechtmäßig entlassenen ArbeiterInnen sowie angemessene Kompensationszahlungen für die Zeit Ihrer Arbeitslosigkeit!

Großeinkäufer in Kambodscha

H&M und Zara gehören zu jenen Firmen, die große Mengen ihres Sortiments in Kambodscha produzieren lassen. Werden Sie aktiv und versenden Sie ein Email an diese Unternehmen.

Gewerkschaftsführer noch immer in Haft

Die Urgent Action richtet sich auch an GAP, weil das Unternehmen ein wichtiger Auftraggeber einer Fabrik ist, die achtzehn StreikteilnehmerInnen noch immer die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz verweigert und zweitens, weil ein Zuliefererbetrieb in einen schwerwiegenden Fall von Menschenrechtsverletzung gegen einen Gewerkschafter involviert ist. In diesem Zusammenhang wiederholen wir unseren Aufruf, den Gewerkschaftsführer Sous Chantha unverzüglich aus dem Polizeigewahrsam zu entlassen. Aus Sicht der Clean Clothes Kampagne werden Mr. Chantha erfundene und unrichtige Anschuldigungen vorgeworfen, er ist ein Opfer der Polizeikorruption.

Sous Chantha, seit 2008 Gewerkschaftsführer, repräsentiert ungefähr 1.000 ArbeiterInnen. Die Gewerkschaft war ursprünglich Teil der Independent Democratic Union Federation (IDUF). Am 17. November wechselte diese von der IDUF zu einer anderen Gewerkschaftskoalition, der Coalition of Cambodian Apparel Workers' Democratic Union (C.CAWDU). Am 18. November wurde Chantha außerhalb des Fabrikgeländes verhaftet und aufgrund angeblichen Drogenbesitzes in Untersuchungshaft genommen. Gemäß der Cambodia League for the Protection and Defense of Human Rights (LICADHO) gibt es bezüglich seiner Verhaftung widersprüchliche Berichte der Polizei, und es gibt keine gesetzliche Grundlage, auf der eine Anklage erhoben werden könnte. Den Bericht finden Sie hier.

Weitere Informationen und Beiträge

Mehr Informationen über den Fall Sous Chantha gibt es hier

Jan. 21, 2011, 17:14:20 Philip Doyle

Newsbeiträge

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