Die Datenerhebung basiert auf einer 2010 durchgeführten Befragung von über 50 Fashion- und Outdoor-Unternehmen. Die Firmen wurden eingeladen, einen Fragebogen auszufüllen, der detaillierte Angaben über das Firmenengagement im Bereich der Unternehmensverantwortung abfragte. Dabei fokussierte die Erhebung auf die Themenfelder: Transparenz; explizite Anerkennung der Arbeitsrechte (Verhaltenskodex); Kodexumsetzung und Beschaffungspolitik; Kontrollen und Überprüfung von sozialen Mindeststandards. Die Untersuchung stützt sich auf die Eigenangaben der Firmen sowie auf zusätzliche Internetrecherchen. Der Fokus der Untersuchung liegt auf den sozialen Aspekten. Primär wurden die Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben betrachtet. Ökologische Aspekte wie Verpackung, Umweltbelastung in der Textilherstellung und -verarbeitung, Ökobilanz der Headquarters und der Geschäfte sowie Ressourceneinsatz für Transportwege, etc. wurden nicht in die Bewertung miteinbezogen.
Anhand der eingereichten Fragebögen, der von den Firmen zur Verfügung gestellten Zusatzinformationen sowie eigener Recherchen wurden Firmenprofile erstellt. Um eine Vergleichbarkeit der Unternehmensdarstellungen zu gewährleisten, wurden die gesammelten Informationen mittels derselben für diese Studie erarbeiteten Analysemethode ausgewertet.
Die erarbeiteten Profile geben Auskunft über die jeweilige Unternehmenspolitik betreffend der Umsetzung und Kontrolle sozialer Standards. Managementmaßnahmen haben einen sehr starken Einfluss darauf, wie sich die Situation der ArbeiterInnen in den Produktionsländern überhaupt verändern kann. Sogar bei einem Unternehmen, das in dieser vorliegenden Bewertung gut abschneidet, können durchaus Arbeitsrechtsverletzungen auftreten. Es verfügt aber über die geeigneten Mittel, um allfällige Verletzungen von Menschen- und Arbeitsrechten aufzuspüren und aktiv Verbesserungen herbeizuführen.
Bewertet wurden insgesamt 27 Themenkomplexe mit mehreren Teilaspekten pro Unternehmen. Folgende Bereiche wurden in die Bewertung miteinbezogen:
Transparenz: Auskunft zu Zulieferkette, Monitoring, Verifizierung und Verhaltenskodex, Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsbericht
Verhaltenskodex: Geltungsbereich und Vollständigkeit, Kernarbeitsnormen, Lohn- und Arbeitszeitregelungen, Sicherheit am Arbeitsplatz, formalisierte Arbeitsverhältnisse
Kodexumsetzung: Verhaltenskodex zugänglich für Management und ArbeiterInnen, vertragliche Bindung für die Umsetzung des Kodex, vorhandene Personalressourcen für Umsetzung des Kodex, Trainings für Management und ArbeiterInnen, Lohnzahlungen in Fabriken, Risikomanagement, Einkaufspolitik
Monitoring und Verifizierung: Mitgliedschaft in Monitoring- und/oder Multi-Stakeholder-Initiativen, Mechanismen für Monitoring und Korrekturmaßnahmen bei Arbeitsrechtsverstößen, Verifizierungsmechanismen
Firmen in der Kategorie „Fortgeschritten“ engagieren sich umfassend und gehören zu den Vorreitern der Branche. Die Firmen der Kategorien „Durchschnittlich“ und „Einsteiger“ sind immerhin auf dem Weg dorthin, haben aber entweder erst vor kurzem begonnen, sich umfassend mit ihrer sozialen Verantwortung auseinanderzusetzen oder setzen sich nur in einem limitierten Rahmen dafür ein. Bei „Nachlässigen“ Firmen findet sich das Thema soziale Verantwortung weit unten auf Prioritätenliste. Die Kategorie „Verweigerer“ bezeichnet Firmen, die gar nicht auf die Firmenbefragung reagiert haben und sich in keinen öffentlich zugänglichen Dokumenten zu ihrer sozialen Verantwortung geäußert haben.