Die Asiatische Grundlohnkampagne ist eine Initiative eines breiten Bündnisses aus Arbeitsrechtsorganisationen, die nach speziellen Wechselkursen zur Kaufkraftumrechung der Löhne in den verschiedenen Ländern Asiens (Konzept der Kaufkraftparität der Weltbank) einen übertragbaren Orientierungswert für einen Existenzlohn für verschiedene Länder vorschlägt.
Der berechnete und auf verschiedene Länder übertragbare Orientierungswert erhält Unterstützung von zahlreichen Menschen- und Arbeitsrechtsorganisationen und Gewerkschaften weltweit.
Die Clean Clothes Kampagne ist Unterstützerin des internationalen Bündnisses der Asia Floor Wage Campaign.
Als Audit wird eine formelle Kontrolle der Geschäftsbücher und Finanzberichte auf deren Richtigkeit hin bezeichnet (siehe auch: Sozialaudit). Ein Audit wird von externen Personen durchgeführt.
Im Zusammenhang mit fairen Arbeitsbedingungen sind Vorwürfe (Klagen) von Anspruchsgruppen wegen Nichteinhaltung der Arbeitsrichtlinien gemeint. Die CCK vertritt die Auffassung, dass Beschwerdemechanismen ein fester Bestandteil der Verifizierung sein sollten.
Viele der befragten Firmen beziehen sich in den Darstellungen ihres Engagements für Nachhaltigkeit auf den bluesign®-standard der Schweizer Zertifizierungsfirma bluesign technologies ag. Diese legt den Fokus auf Umwelt, Gesundheit und Sicherheit entlang der textilen Zulieferkette. Durch ein permanentes Monitoring aller Arbeitsprozesse innerhalb der gesamten Produktionskette sollen Ressourcenproduktivität, Konsumentenschutz, Abluft, Abwasser und Arbeitsplatzsicherheit in der Prozesskette sichergestellt werden. Der Standard erhebt den Anspruch, garantieren zu können, dass Produkte in der gesamten Herstellungskette für Mensch und Umwelt unbedenkliche Komponenten enthalten. Dabei wird zwar die Arbeitssicherheit berücksichtigt, Sozialstandards und Arbeitsbedingungen bilden dabei aber keinen Schwerpunkt. Es gibt auch keine unabhängigen Multi-Stakeholder- Kontrollen.
Die BSCI ist eine Industrie-Initiative, die gegründet wurde, um dem drohenden Imageverlust großer Marken- und Handelsunternehmen wegen menschenunwürdiger Arbeitsbedingungen in ihrer Zulieferkette vorzubeugen und ökonomische Vorteile durch die Harmonisierung unterschiedlicher Überprüfungsverfahren zu erreichen. Der BSCI- Standard beinhaltet weder einen Existenzlohn noch unabhängige Verifizierungsmaßnahmen. Auch gibt es keinen Fokus auf die Einkaufspraktiken der Mitgliedsunternehmen. Es gibt keine klare Verpflichtung für die Unternehmen, eine Einkaufspolitik zu definieren, die die Zulieferbetriebe wirklich dabei unterstützt, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. BSCI- Mitglieder müssen erst nach fünfeinhalb Jahren den Nachweis erbringen, dass sich ihre Zulieferer zum Guten entwickeln. Das kann aber im Extremfall durch die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Zulieferer vermieden werden.
Corporate Social Responsibility: Unternehmensverantwortung. Ein Konzept der Geschäftsethik, dem zufolge Unternehmen nicht nur für die finanziellen, sondern auch für die gesellschaftlichen und ökologischen Auswirkungen ihrer Geschäftspraktiken die Verantwortung tragen.
EMAS ist ein Gemeinschaftssystem für das freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung. Es ist ein von den Europäischen Gemeinschaften 1993 entwickeltes Instrument für Unternehmen, die ihre Umweltleistung verbessern wollen. Zentraler Bestandteil von EMAS ist die internationale Umweltmanagementnorm DIN EN ISO 14001.
Die EOG wurde 2003 von den 19 weltweit größten Outdoor-Unternehmen gegründet, vertritt die Interessen der Outdoor-Industrie und beinhaltet eine Arbeitsgruppe zum Thema Nachhaltigkeit. Alle an der Befragung beteiligten Unternehmen sind Mitglied der EOG.
Ethical Trading Initiative: Multi-Stakeholder-Initiative aus London mit vor allem britischen Firmenmitgliedern, die sich für die Verbesserung von Arbeitsstandards bei Lieferanten einsetzt.
Auch „Living Wage“ genannt: ein Lohn, der nicht nur die Grundbedürfnisse abdeckt (Miete, Essen, Sozialversicherungen usw.), sondern auch ein angemessenes Zusatzeinkommen für den Unterhalt von Familienmitgliedern ermöglicht. Ein existenzsichernder Lohn liegt meist erheblich über dem gesetzlich festgelegten Mindestlohn.
Fair Labor Association: Multi-Stakeholder-Initiative aus Washington mit vor allem amerikanischen und deutschen Firmenmitgliedern, die sich für die Verbesserung von Arbeitsstandards bei Lieferanten einsetzt.
Fair Wear Foundation: Multi-Stakeholder-Initiative aus Amsterdam mit vor allem niederländischen Firmenmitgliedern, die sich für die Verbesserung von Arbeitsstandards bei Lieferanten einsetzt. Hat seit 2007 auch ein Büro in der Schweiz.
Eine Form von Handel, die speziell darauf abzielt, die Lage kleiner benachteiligter Produzenten oder Arbeiterinnen in den Entwicklungsländern zu verbessern. Beim fairen Handel werden langfristige Geschäftsbeziehungen aufgebaut und, falls notwendig, Preise über dem Weltmarktniveau bezahlt.
GOTS wurde vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) in Deutschland zusammen mit der Soil Association (SA) aus England, der Organic Trade Association (OTA) in den USA und der Japan Organic Cotton Association (JOCA) in Japan entwickelt. In jedem Fall sind mindestens 70% der Fasern aus Bio-Anbau (bzw. in Umstellung auf Bio-Anbau). Vor allem ist genau geregelt, wie die Fasern weiterverarbeitet werden dürfen und welche Stoffe zum Einsatz kommen dürfen. Dadurch ist gewährleistet, dass eine mögliche Schadstoffbelastung im Endprodukt so gering wie möglich ist.
Grundsätzlich ist aber zu beachten, dass Naturfasern wie Baumwolle in der Outdoor-Bekleidung prozentual gesehen eine sehr geringe Rolle spielen. Das von der Branche in diesem Zusammenhang vorgebrachte Argument lautet, dass die verlangte Funktionalität (Isolation, Schutz, Feuchtigkeitstransport etc.) mit Naturfasern nur schwer zu erreichen sei.
Zur Bewertung eines Unternehmens hinsichtlich der Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards ist die finanzielle Berichterstattung nicht ausreichend. Seit 1997 gibt es den standardisierten Berichtsrahmen GRI, der neben ökonomischen Aspekten auch die Verantwortung und Leistung der Unternehmen in Umwelt- und Sozialbereichen berücksichtigt. Mit Hilfe eines Leitfadens zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und der Vorgabe von Berichtsprinzipien sollen Transparenz, Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit der Daten sichergestellt werden. Die Global Reporting Initiative versteht sich als ein kontinuierlicher internationaler Dialog, der eine Vielzahl von Stakeholdern einbezieht. Die GRI unterstützt Organisationen dabei, ein ausgewogenes und angemessenes Bild ihrer ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Leistung darzustellen. Auf diese Weise soll eine nachhaltige Entwicklung unterstützt werden. Gleichzeitig sollen Firmen, Regierungen, Investoren, ArbeitnehmerInnen und einer interessierten Öffentlichkeit vergleichbare Entscheidungs- und Orientierungshilfen geboten werden.
www.globalreporting.org
Das IEMA ist ein Institut für Umweltmanagement und Prüfungen, welches weltweit Trainings für ein Umweltmanagement durchführt.
International Labour Organization, www.ilo.org: Die internationale Arbeitsorganisation zählt 182 Mitgliedsländer und ist eine Sonderorganisation der UNO. Die ILO-Struktur basiert auf der Beteiligung von Regierungen, Arbeitgebern und Gewerkschaften.
Die ILO-Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (International Labour Organization) wurden 1998 beschlossen. Damit bekennen sich alle Mitgliedstaaten der Organisation ausdrücklich zu den Kernarbeitsnormen, selbst wenn sie nicht alle darin enthaltenen Normen einzeln ratifiziert haben. Vier Grundprinzipien bestimmen das Selbstverständnis und das Handeln der ILO: Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen, die Beseitigung der Zwangsarbeit, die Abschaffung der Kinderarbeit und das Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf. Diese Grundprinzipien haben in acht Übereinkommen, die auch als Kernarbeitsnormen bezeichnet werden, ihre konkrete Ausgestaltung erfahren:
Besuch eines Arbeitsplatzes in einem Betrieb, einer Fabrik, Werkstatt oder Ähnlichem. Die Inspektion hat das Ziel, die Arbeitsbedingungen und Beschäftigungspraktiken einer Firma zu beobachten und zu dokumentieren. Die Inspektion wird oft von einer öffentlichen Verwaltung, dem Arbeitsinspektorat, wahrgenommen.
(Stakeholder) Als Interessengruppen treten bei der Textilproduktion Unternehmen, Gewerkschaften oder NGO in Erscheinung. Aber auch Abteilungen des Staates oder der Wissenschaft können Interessengruppen sein, siehe auch „Stakeholder“.
IRCA ist ein internationales Register zertifizierter Auditoren.
Die ISO-Zertifizierung belegt die Erfüllung bestimmter international anerkannter industrieller Standards. In erster Linie geht es um die Vereinheitlichung technischer Parameter von Industrieerzeugnissen. ISO-Standards sind von Unternehmen entworfen worden, um vor allem die Effizienz zu steigern, weniger um soziale oder ökologische Belange umzusetzen. Die Mitwirkung für Organisationen aus dem Non-Profit-Bereich an der Normung ist nur eingeschränkt gegeben.
Im JO-IN-Prozess haben die fünf Multi-Stakeholder-Initiativen einen Musterkodex für die Textilindustrie entwickelt.
Unternehmen nennen den Kodex oft auch „Verhaltenskodex“, „Charta“, „Leitlinien“ oder „Code of Conduct“. Sozialkodizes legen eine Reihe von Normen, Regeln oder Leitlinien für ethisches Verhalten fest. Die CCK formulierte einen Musterkodex auf der Basis der ILO-Konventionen.
Oberbegriff für Fabrikbesuche, Inspektionen oder Sozialaudits. Als Voraussetzung für die unabhängige Überprüfung (Verifizierung) sollten die Unternehmen firmeneigene Kontrollen, ein Monitoring, durchführen.
Eine Konvention regelt die sozialen Verhaltensformen. Im Bereich der Arbeitsfragen sind die ILO-Konventionen zentral. Diese definieren arbeitsrechtliche Mindeststandards. Die acht ILO-Kernkonventionen wurden durch den ILO-Beschluss von 1998 für alle ILO-Mitglieder für verbindlich erklärt.
Kontrollen des Arbeitsalltags in den Fabriken sowie die Überwachung, ob Arbeitsnormen eingehalten werden. Beim Monitoring werden teilweise die gleichen Methoden wie bei der Verifizierung angewandt. Unabhängiges Monitoring: siehe Verifizierung.
Ein Projekt, das durch die Beteiligung diverser Interessengruppen versucht, spezifische Aufgaben zu lösen, wie – im Fall der Textilbranche – das Monitoring und die Verifizierung der Einhaltung von Verhaltenskodizes von Textilunternehmen.
Non-Governmental Organization/Nichtregierungsorganisation. Ihre Ziele, Zusammensetzung und Aktivitäten variieren stark. NGO sind z.B. entwicklungspolitische Organisationen, Hilfswerke, Gewerkschaften, Umwelt- oder Konsumentenorganisationen usw.
SA8000 ist ein Zertifizierungssystem von Zulieferbetrieben weltweit, initiiert von der Multi-Stakeholder-Initiative Social Accountability International (SAI). Eine Zertifizierung nach SA8000 bedeutet eine Willenserklärung der Zulieferer (Konfektion), sich überprüfen zu lassen und die wichtigsten Sozialstandards einzuhalten. Bei der Überprüfung der SA8000-Standards sind NGOs allerdings nur unzureichend beteiligt. Es gibt in dem Sinne auch kein unabhängiges Verifizierungssystem der Standards, und die Auditoren werden direkt von den zertifizierten Unternehmen bezahlt.
Social Accountability International: Multi-Stakeholder-Initiative, die gegründet wurde, um den SA8000-Standard zu administrieren. Die SAI trainiert und akkreditiert Auditing-Firmen und selbstständige AuditorInnen, die dann von Firmen beauftragt werden, die Einhaltung des SA8000-Standards bei deren Zulieferern zu überprüfen.
Beim Sozialaudit werden Belege und Hinweise (z.B. Arbeitszeiterfassung, Lohnzettel) untersucht und auf ihre Richtigkeit überprüft. Zudem werden oft Gespräche mit einzelnen Beschäftigten geführt.
Dazu gehört jede Gruppe oder Organisation, de von den Aktivitäten einer Firma betroffen ist bzw. diese selbst beeinflusst, z.B. Arbeiterinnen, KonsumentInnen, Anwohner, Lieferantinnen, Abnehmer usw. Oft bestehen Interessenkonflikte mit den Aktionären (Shareholder).
International anerkannte Normen. Die von der CCC als Mindeststandard bezeichneten Arbeitsrechte beruhen auf den Menschenrechten und auf den Konventionen der ILO.
Siehe: Monitoring bzw. Verifizierung
Siehe: Kodex
Als Verifizierung wird die Überprüfung eines Monitoring-Prozesses bezeichnet. Die unabhängige Verifizierung erfolgt im Rahmen einer Multi-Stakeholder-Initiative.
Bezeichnet die Beglaubigung, dass ein Produkt, ein Arbeitsplatz, ein Unternehmen oder Ähnliches einer bestimmten Norm entspricht.