In den Kernbereichen der Sozialen Verantwortung innerhalb der Zulieferkette, der Arbeitszeiten und der Löhne weist der Verhaltenskodex inhaltliche Mängel auf. Eine effektive Implementierung internationaler Arbeitsstandards bzw. ein Nachweis der Umsetzung des ethischen Anspruchs entsprechend des eigenen Mottos „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ in den Kerngeschäftsbereichen der Produktbeschaffung und Herstellung ist nicht erkennbar. Das Engagement in sozialen, nachhaltigen oder sinnstiftenden Projekten und für Umweltbelange am Standort des Firmensitzes ist löblich, jedoch sind dies nicht strategische Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern. Ein fairer und berechenbarer Umgang als Unternehmensphilosophie sowie der Mut, neue Wege zu gehen, könnte sich ebenso in einem innovativen, transparenten Ansatz zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen widerspiegeln, wie durch eine Mitgliedschaft in einer glaubwürdigen Multi-Stakeholder-Initiative.
Salewa hat den Fragebogen der CCK beantwortet und einige zusätzliche Informationen und Dokumente mitgeliefert. Produktionsländer und Zulieferstruktur werden genannt. Es werden einige Informationen zum Umsatz und zur Unternehmensstruktur veröffentlicht. Der Verhaltenskodex ist in Englisch, Deutsch und Italienisch verfasst, jedoch nicht auf der Unternehmenswebseite zugänglich. Er ist auf Anfrage in Papierform erhältlich. Es existiert ein Jahresbericht, jedoch bisher noch kein eigener Nachhaltigkeitsbericht.
Der Verhaltenskodex wird derzeit überarbeitet. Der Kodex verweist nicht auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und bezieht sich auch nicht ausdrücklich auf die ILO-Kernarbeitsnormen. Ausschließlich genannt sind Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Gesundheit und Sicherheit, Organisationsfreiheit und Kollektivverhandlungen wie auch allgemeine Umweltkriterien sollen gefördert werden. Im Block „Löhne und Zusatzleistungen“ wird auf die landesüblichen Mindestlöhne oder die gängigen Zahlungen in der Sportindustrie, die etwas höher liegen, verwiesen. Im Bereich Arbeitszeit sollen 60 Stunden pro Woche und 12 Stunden pro Tag, Überstunden eingeschlossen, nicht überschritten werden. Mit Einverständnis der ArbeiterInnen können diese aufgrund von äußeren Umständen jedoch überschritten werden.
Der Kodex hängt im Empfangsbereich der Zentrale und aller Länder-Niederlassungen in der Geschäftssprache Englisch aus. Zur Implementierung des Verhaltenskodexes wird dieser mit den Lieferanten in einem persönlichen Gespräch durchgearbeitet. Im Rahmen interner Audits in den Produktionsstätten vor einer geplanten Zusammenarbeit und während der Zusammenarbeit werden die Fertigungsstätten zweimal pro Jahr geprüft. Zusätzlich besucht die Geschäftsleitung alle zwei Jahre alle Lieferanten sowie jährlich alle wichtigen Lieferanten. Nach jedem Audit wird ein sogenannter Corrective Action Plan erstellt. Mittels Kapazitätenplanung mit den Lieferanten sowie der Kommunikation von Order- und geplanten Lieferterminen ca. sechs Monate vor der ersten Bestellung sollen übermäßige Überstunden für die FabrikarbeiterInnen vermieden werden. Trainings für die MitarbeiterInnen und NäherInnen in den Fabriken werden seitens der Qualitätskontrolleure und nach Bedarf sowie in bilateraler Absprache in Bezug auf Verarbeitungstechniken, Arbeitsabläufe und Kontrollmethoden durchgeführt. Der Bereich CSR wird im Unternehmen seitens des Präsidenten und Eigentümers gestaltet und ist organisatorisch in der PR-Abteilung angesiedelt. Neben dem CSR-Team bestehen eine Working-Group und eine externe Beratung. Der CEO fungiert als Supervisor des Projekts „Salewa sustainable & responsible“, in dem die Geschäftsbereiche Einkauf, Produktmanagement und Logistik integriert sind. Für die Geschäftspartner (firmeneigene Produktionsfirmen und Direktlieferanten) ist der Verhaltenskodex nicht vertraglich bindend, sie müssen ihn nur als freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichen.
Das Unternehmen ist gemäß Informationen der CCK nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert. Eigene unabhängige Zertifizierungen werden nach Selbstauskunft derzeit nicht durchgeführt, um „nicht einfach einer momentanen Zertifizierungs-Mode“ zu folgen, wie es in der Darstellung des Unternehmens heißt. Von 100 Lieferanten sind jedoch 25% SA8000-zertifiziert; 40% befinden sich im Prozess zur Zertifizierung. Der Beitritt zu einer Multi-Stakeholder-Initiative wird laut Unternehmensangaben geprüft.
Fortgeschritten
Durchschnittlich
Einsteiger
Nachlässig
Verweigerer
↑ Aufwärtstrend - Fair Wear Foundation Beitritt
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