Positiv zu vermerken ist, dass sich im Gegensatz zu 2009 das Unternehmen 2010 an der Erhebung der CCK beteiligt hat. Marmots Verhaltenskodex weist jedoch einige inhaltliche Mängel auf. Die Forderung nach einem Existenzlohn fehlt ebenso wie der Verweis auf die jeweiligen ILO-Kernarbeitsnormen. Marmot ist weder Mitglied in einer Multi-Stakeholder-Initiative noch einer Monitoring-Initiative. Da die Audits zudem grundsätzlich angekündigt werden, ist ein objektives Bild der Arbeitsbedingungen in der Zulieferkette nicht gewährleistet. Marmot legt bisher nicht ausreichend Engagement in den Bereichen Monitoring, Verifizierung und Kodexumsetzung an den Tag. Laut Unternehmensangaben pflegt Marmot zu 95% seiner Lieferanten eine Beziehung, die länger als fünf Jahre dauert. Marmot hätte mit dieser Voraussetzung eine gute Ausgangslage, um in der Zulieferkette Verbesserungen der Arbeitsbedingungen effektiv zu implementieren. Es ist daher nicht verständlich, weshalb Marmot sich bisher keiner Multi-Stakeholder-Initiative angeschlossen hat und somit auch von der Erfahrung und der Kooperation mit anderen Stakeholdern und Firmen profitiert.
vMarmot hat den Fragebogen der CCK ausgefüllt, jedoch keine zusätzlichen Dokumente mitgeliefert. Das Unternehmen ist im Hinblick auf Umsätze und Unternehmensstruktur nicht transparent. Der Verhaltenskodex ist in Englisch auf der Unternehmenswebseite öffentlich zugänglich. Die gelieferten Informationen zur Struktur der Lieferkette und zu den Produktionsländern sind nicht umfassend. Es existiert weder ein Jahresbericht noch ein Sozialbericht.
Der Verhaltenskodex von Marmot (Vendor Compliance Policy) verweist auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die Apparel Industry Partnership und die UN-Kinderrechts-Konvention. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, in allen Arbeitsstätten, in denen Produkte hergestellt werden, grundlegende Arbeitsstandards zu respektieren, aber es verweist nicht explizit auf die ILO-Kernarbeitsnormen. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen, verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Das Unternehmen verpflichtet sich nur dazu, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen, d.h. keinen Existenzlohn. Arbeitsstunden sind beschränkt. Der Verhaltenskodex ist für alle Direktlieferanten, Agenten und Produktionsstätten inkl. Subunternehmer vertraglich bindend.
Der Verhaltenskodex von Marmot ist in alle Sprachen der Produktionsländer übersetzt. Marmot führt die sozialen Audits selbst durch und zahlt diese auch. Nach jedem Audit wird ein sogenannter Corrective Action Plan erstellt. Um Überstunden zu reduzieren, nimmt Marmot die Kapazitätsplanung zusammen mit den Lieferanten vor und führt Trainingsmaßnahmen für VorarbeiterInnen und FabrikarbeiterInnen durch. Hinsichtlich seiner CSR-Struktur ist Marmot transparent. Das Unternehmen zählt drei CSR-Manager und 14 Positionen in der Qualitätssicherung. Das CSR-Personal ist jedoch nicht zentral im Unternehmen verankert. Laut den vorliegenden Informationen verfolgt Marmot nicht die Absicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle ArbeiterInnen in der Zulieferkette einzuführen. Marmot wendet keine speziellen Richtlinien an, wenn Produkte aus Ländern bezogen werden, in denen das Recht auf Versammlungsfreiheit der ArbeiterInnen eingeschränkt ist. Laut Firmenangaben werden in der Einkaufsabteilung von Marmot positive Anreize gegeben, um bessere Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten zu belohnen. Der Verhaltenskodex ist für alle Direktlieferanten und Agenten, jedoch nicht für alle Produktionsstätten vertraglich bindend.
Laut Informationen der CCK ist Marmot weder Mitglied einer Multi-Stakeholder-Initiative noch einer Monitoring-Initiative.
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