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Firmenprofil: Helly Hansen

Unternehmensdaten

Oslo
Norwegen
nicht bekannt
Altor Equity Partners
ca. 300 Mio. US-Dollar
nicht bekannt
Bangladesch, China, Volksrepublik, Deutschland, Estland, Finnland, Hongkong, Indonesien, Laos, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Portugal, Schweden, Sri Lanka, Thailand, Türkei, Ukraine, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Vietnam
Die norwegische Firma Helly Hansen wurde 1877 gegründet und hat sich zu Beginn auf die Herstellung von Ölzeug für Seeleute spezialisiert. Heute stellt Helly Hansen Segler-, Arbeits- und Überbekleidung her und ist auch im Outdoor- und Sportbereich stark vertreten. Hierbei produziert das Unternehmen zu 88% Bekleidung, 10% Schuhe und 2% Taschen und Rucksäcke.

Kommentar der CCK

Im Allgemeinen ist Helly Hansen aktiv und transparent hinsichtlich der Arbeitsstandards in seiner Produktionskette. Dennoch bekennt sich Helly Hansen nicht zu der Zahlung eines Existenzlohns. Der Verhaltenskodex sieht nicht vor, dass dort, wo lokale und internationale Standards verschieden sind, der höhere Standard gelten soll. Obwohl Helly Hansen Interesse an den Standards eines Existenzlohns zeigt, äußert das Unternehmen keine klaren Absichten, einen Existenzlohn in seinem Verhaltenskodex zu implementieren. Der Verhaltenskodex beinhaltet spezielle Vorgaben oder Richtlinien, wenn Waren aus Ländern bezogen werden, in denen Gewerkschaftsrechte eingeschränkt sind. Ein effektives und transparentes Engagement im Bereich der Unternehmensverantwortung wäre der Beitritt Helly Hansens zu einer Mulit-Stakeholder-Initiative, die auch eine unabhängige Verifizierung durchführt.

Transparenz

Das Unternehmen hat den Fragebogen der CCK beantwortet und einige zusätzliche Dokumente geliefert. Das Unternehmen ist bemüht, transparent zu sein im Hinblick auf Umsatz und Unternehmensstruktur. Der englischsprachige Verhaltenskodex ist auf der Unternehmenswebseite öffentlich zugänglich. Helly Hansen gibt Informationen zur Struktur der Zulieferkette, den Produktionsländern und den Produktionsstätten. Ein Sozialbericht ist auf Anfrage öffentlich zugänglich.

Verhaltenskodex

Der Verhaltenskodex des Unternehmens verlangt, dass alle relevanten lokalen Arbeitsgesetze eingehalten werden müssen. Der Kodex verweist jedoch nicht darauf, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gilt. Im Verhaltenskodex wird nicht auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verwiesen. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, in allen Arbeitsstätten, in denen Produkte hergestellt werden, grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend und mit explizitem Verweis auf die ILO-Kernkonventionen – zu respektieren. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen, verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Über die ILO-Kernarbeitsnormen hinaus verpflichtet sich das Unternehmen nur dazu, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen, d.h. keinen Existenzlohn. Es bestehen keine Einschränkungen im Hinblick auf Überstunden.

Kodexumsetzung

Zur Unterstützung der Lieferanten bei der Kodexumsetzung sieht Helly Hansen die Übersetzung des Verhaltenskodexes in alle Sprachen der Produktionsländer vor. Helly Hansen beauftragt das private Wirtschafts- und Lieferantenkettenmanagement-Unternehmen Li&Fung, soziale Audits durchzuführen. Nach jedem Audit wird ein sogenannter Corrective Action Plan erstellt. Die Firma zahlt die Audits. Ebenso führt Helly Hansen Kapazitätenplanung durch, um Überstunden zu vermeiden, und unterstützt Trainings für MitarbeiterInnen in den Fabriken. Helly Hansen ist hinsichtlich seiner CSR-Struktur transparent. Das CSR-Personal ist in zentralen Unternehmensfunktionen verankert, nimmt aber nur einen sehr geringen Prozentsatz (<1%) in der Firmenstruktur ein. Entsprechend den vorliegenden Informationen beabsichtigt Helly Hansen nicht, die Zahlung eines Existenzlohns für alle ArbeiterInnen in der Zulieferkette zu implementieren. Helly Hansen führt eine Risikoanalyse hinsichtlich ethischer Fragen in der Lieferkette jedes Produktes durch, basierend auf jährlich unangekündigten Audits wie auch auf unangekündigten Audits vor jedem Einkauf bei neuen Lieferanten. Entsprechend der gelieferten Informationen ist sich Helly Hansen bewusst, dass einige der Produktionsstandorte in Ländern oder Zonen liegen, in denen Vereinigungsfreiheit gesetzlich nicht garantiert ist. Es bestehen spezielle Vorgaben oder Richtlinien, wenn Waren aus Ländern bezogen werden, in denen Gewerkschaftsrechte eingeschränkt sind (Verhaltenskodex, Artikel 2.3.: Wenn diese Rechte von Gesetzes wegen beschränkt werden, sollen die ArbeitergeberInnen Gewerkschaftsrechte unterstützen und in keinem Fall verhindern. Sie sollen alternative Strukturen hinsichtlich der freien und unabhängigen Organisierung der ArbeiterInnen unterstützen und erkennbare Maßnahmen treffen, um wirkliche Organisationsfreiheit im betroffenen Land zu fördern.) Zur Implementierung von CSR-Themen wie auch zur Umsetzung des Verhaltenskodexes im Unternehmen sieht Helly Hansen CSR-Trainings für EinkäuferInnen vor. CSR-Kriterien werden im Einkauf berücksichtigt, indem Waren nur bei Lieferanten bestellt werden, die die Belange des jährlichen Audits nicht verfehlen. Der Verhaltenskodex gilt für alle Produzenten (auch Subproduzenten).

Monitoring und Verifizierung

Das Unternehmen ist Mitglied einer Multi-Stakeholder-Initiative (Ethical Trading Initiative (ETI), Norwegen). Dabei handelt es sich um eine Initiative, die keine Verifizierung durchführt. Helly Hansen ist nicht Mitglied einer Monitoring-Initiative.

Helly Hansen
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